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Kurzarbeit läutet schlechtere Zeiten ein

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Die Quote der Erwerbslosen ist wieder gestiegen, die Arbeitsagenturen rücken für viele Menschen wieder mehr in den Blickpunkt.
Die Quote der Erwerbslosen ist wieder gestiegen, die Arbeitsagenturen rücken für viele Menschen wieder mehr in den Blickpunkt. © dpa

Nürnberg - Es sind wieder mehr Menschen arbeitslos – auch in Bayern. Die Quote der Erwerbslosen stieg von November bis Dezember um 0,4 Punkte auf 4,0 Prozent.

Der Wind auf dem Arbeitsmarkt in Bayern hat gedreht: Zwar sind die Arbeitslosenzahlen im Dezember 2008 nur leicht gestiegen, doch mehren sich die Anzeichen für eine Verschlechterung der Lage. So stellen die Unternehmen stetig mehr Anträge auf Kurzarbeitergeld – bundesweit waren es bis Ende des Jahres 300 000. Ein Jahr zuvor seien es dagegen nur 10 000 gewesen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, gestern in Nürnberg. Ein ernstes Krisensignal.

Und auch die Zahl der Jobsuchenden stieg zum Ende des Jahres. „Das ist durchaus üblich für diese Jahreszeit und stellt auch im Hinblick auf die Finanzkrise keine Besonderheit dar“, urteilte der Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Rainer Bomba. Gemessen an den November-Zahlen stieg die Anzahl der erwerbslosen Frauen und Männer in Bayern um rund 22 800 an.

Die Arbeitslosenquote im Freistaat nahm um 0,4 Punkte auf 4,0 Prozent zu. Damit lag sie aber immer noch auf dem tiefsten Stand in einem Dezember seit 1991. Vor einem Jahr hatte die Quote noch bei 4,6 Prozent gelegen. Bundesweit stieg die Arbeitslosenquote im Dezember um 0,3 Prozentpunkte auf 7,4 Prozent.

Ein weiteres Indiz für eine Verschlechterung der Lage: Die Nachfrage nach Arbeitskräften sank im Vorjahresvergleich um etwa ein Fünftel, in den nächsten Monaten wird ein noch stärkerer Rückgang erwartet. Insgesamt wurden im Dezember über 21 300 neue Stellen in Bayern gemeldet.

Unter den Bezirken führt nun Schwaben mit einer Arbeitslosenquote von 3,6 Prozent das Feld an, gefolgt von Oberbayern und Unterfranken. Schlusslicht bildet wieder Oberfranken mit 4,9 Prozent. Mit einer Quote von 1,5 Prozent ist Eichstätt weiter Spitzenreiter unter den Kreisen und kreisfreien Städten, die rote Laterne haben Schweinfurt und Nürnberg. Statt 38 Kreisen wie im November hatten im Dezember nur noch 26 eine 2 vor dem Komma stehen.

Bomba warnte, dass in Bayern viele Arbeitsplätze von der taumelnden Kraftfahrzeugindustrie, dem Maschinenbau und der Elektrobranche abhingen. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) betonte die Notwendigkeit von Investitionen sowie Steuer- und Abgabenentlastungen. „Sonst werden die nächsten Monate außerordentlich ungemütlich.“

dpa

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