Bundesagentur für Arbeit: In Bayern rechnet die BA für das Kurzarbeitergeld infolge der Corona-Pandemie mit Auszahlung von acht Milliarden Euro.
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Bundesagentur für Arbeit: In Bayern rechnet die BA für das Kurzarbeitergeld infolge der Corona-Pandemie mit Auszahlung von acht Milliarden Euro.

Corona-Pandemie

Kurzarbeitergeld: Arbeitsagentur rechnet für Bayern mit milliarden-schweren Auszahlungen

  • Thomas Schmidtutz
    VonThomas Schmidtutz
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Die Kurzarbeiter-Regelung hat in Deutschland während der Corona-Pandemie bundesweit zahllose Arbeitsplätze gesichert. Doch die Versicherungsleistung geht ins Geld - auch in Bayern.

München - Die Arbeitsagenturen in Bayern haben seit Ausbruch der Corona*-Pandemie im Frühjahr 2020 insgesamt rund 6,9 Milliarden Euro für Kurzarbeitergeld sowie die entsprechenden Sozialversicherungsbeiträge ausgegeben. Das geht aus einer Übersicht der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit (BA, Stand 30. Juni) hervor, die Merkur.de vorliegt. Bis Jahresende dürfte der entsprechende Betrag auf rund acht Milliarden Euro ansteigen, ergänzte eine BA-Sprecherin am Montag gegenüber Merkur.de.

Danach hatten die Betriebe im Freistaat alleine im vergangenen Jahr rund 176.450 Anträge auf Kurzarbeitergeld gestellt. Den mit Abstand stärksten Anstieg gab es im April 2020. Damals gingen binnen Monatsfrist gut 110.000 Anträge für insgesamt 1,5 Millionen Beschäftigte ein. Tatsächlich von der Regelung Gebrauch machten im Freistaat damals 102.000 Betriebe mit rund 1,1 Millionen Mitarbeitern. Bayernweit sei bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im April 2020 damit die Hälfte aller Arbeitsstunden weggefallen, sagte die Sprecherin.

Nach einem vorübergehenden Rückgang der Kurzarbeitsanträge bis Ende Oktober 2020 habe es zwischen November und Februar 2021 einen erneuten Anstieg gegeben. Seither seien „die Anzeigen auf Kurzarbeit deutlich rückläufig“, hieß es. Für den Sommer rechne man mit einem weiteren Abflauen. Man müsse jedoch abwarten, wie sich die Lage im Herbst entwickele. Dies hänge vor allem davon ab, ob es zu einer möglichen vierten Corona-Welle komme, sagte die Sprecherin.

Kurzarbeit: Aufwändige Prüfungen

In Bayern hat die BA bereits mit den ersten Abschlussprüfungen begonnen. Dabei prüft die Behörde nach dem Auslaufen der Kurzarbeit jeweils, ob das Kurzarbeiter-Geld auch zu Recht und in der richtigen Höhe gezahlt wurde. Man gehe von rund 175.000 Anträgen im Freistaat aus, sagte die Sprecherin. Die Überprüfungen dürften bis Ende 2023 abgeschlossen sein, hieß es.

Erst am Wochenende hatte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil gegenüber der Welt am Sonntag seine Bereitschaft signalisiert, den vereinfachten Zugang zum Kurzarbeiter-Regelung über den September hinaus zu verlängern, sollte es zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten durch eine vierte Corona-Welle kommen.

Kurzarbeit: Geld aus der Arbeitslosenversicherung

Der Bund hatte den vereinfachten Zugang zum Kurzarbeitergeld zuletzt im Juni verlängert. Nach der aktuellen Regelung kann ein Betrieb Kurzarbeit anmelden, wenn mindestens zehn Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind; normalerweise sind es 30 Prozent.

Kurzarbeitergeld ist eine Leistung aus der Arbeitslosenversicherung. Es soll Betrieben im Falle eines „erheblichen Arbeitsausfalls“ dabei helfen, die Personalkosten zu reduzieren und Entlassungen oder gar eine Insolvenz zu vermeiden. *Merkur.de ist Teil von IPPEN.MEDIA.

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