Kuscheln bei BMW: Motoröl für wunde Seele

- München - Danke, Panke. Mit Lob haben die BMW-Aktionäre ihren Konzernlenker überschüttet. Selbst die meist notorisch nörgelnden Kleinaktionärs-Schützer bescheinigten Helmut Panke zur Hauptversammlung, das Unternehmen hervorragend aufgestellt zu haben. "Motoröl für die wunde Seele des Kleinaktionärs", dichtete Daniela Bergdolt von der Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz.

<P>Panke lehnte sich zurück. Er versprach den über 4000 Aktionären in der Olympiahalle, noch mehr aufs Gas zu drücken. Von Zwischenspurt keine Rede: "Wir erhöhen dauerhaft das Tempo." 1,06 Millionen BMW und Minis wurden 2002 abgesetzt.<BR>Das Wachstum von 16,7 % knickte seit dem Jahreswechsel ein. Der Absatz der Stamm-Marke BMW und der Quartalsgewinn sanken bis März. </P><P>Trotzdem glaubt Panke an ein neues Rekordjahr und eine bessere Stimmung auf den Märkten weltweit. Während die Kollegen bei anderen Unternehmen jammern, will der BMW-Boss weiter Arbeitsplätze schaffen. Allein im neuen Leipziger Werk sollen 700 Mitarbeiter mehr eingestellt werden - 103 000 werkeln bereits weltweit für die Münchner. Sie müssen übrigens künftig auf Vorzugsaktien verzichten. Ein entsprechendes Mitarbeiter-Programm wurde von der Mehrheit der Vorzugs-Aktionäre kurzfristig gestoppt.</P><P>In China will BMW zusätzlich wachsen. 30 000 Modelle der 3er- und 5er-Reihe sollen dort jährlich vom Band rollen. Das Potenzial ist laut Panke enorm - so groß, dass sich ein Aktionärsschützer gar erkundigte, ob da nicht der Treibstoff knapp würde.</P><P>Hierzulande startet Panke eine Modell-Offensive. Im Juni geht der neue 5er, traditionell einer der großen Ertragsbringer, an den Start. Die 6er-Baureihe und der Geländewagen X3 folgen zum Jahresende. 2004 ist, bestätigte Panke erstmals, der Bau eines viersitzigen Mini-Cabrios geplant. Auch an einer 1er-Reihe wird gebastelt.</P><P>Man beschränke sich auf Premium, beteuerte Panke, während auf Bildschirmen in der Halle der neue und wie gewohnt sündteure Rolls-Royce eingeblendet wurde. Kompromisse gebe es nicht: "Wir werden nie ein langweiliges Fahrzeug auf den Markt bringen." Aus dem Versuch, mit Rover im Massensegment Fuß zu fassen, hat man gelernt: "Wir wissen, was wir können und was wir nicht können - aus eigener Erfahrung."</P><P>Die Aktionäre reagierten fast gerührt. Zwar hätten sie sich mehr als 0,52 Euro Dividende gewünscht. Ein Kleinaktionär aber belobigte unter Beifall den "Herrn Doktor" Panke: "Als ich den Geschäftsbericht aufschlug, da jubelte mein Herz innerlich."<BR><BR></P>

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