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Spiel zur Sendung: Ravensburger präsentiert in Nürnberg als Neuheit „Schlag den Raab“.

Spielwaren-Neuheiten

Kuscheltiere aus alten Flaschen

Nürnberg - Sensationen sind dieses Jahr auf der Nürnberger Spielwarenmesse nicht zu sehen. Die Hersteller variieren Bewährtes oder präsentieren Klassiker im neuen Gewand.

Die Spielsachen auf den Messeständen sind brandneu – so manches Mal muss sogar angemaltes Pappmaché als Muster dienen, so frisch ist die Idee. Doch richtig Innovatives gibt es auf der Neuheitenschau der Nürnberger Spielwarenmesse in diesem Jahr nicht zu entdecken. Vielmehr finden sich viele Weiterentwicklungen von Altbewährtem – durchaus auch im originellen Gewand. Eine dieser Ideen präsentierte der Münchner Spieleverlag Zoch mit „Zoozle“, einer Kombination aus Puzzle und Memory. Ein in Quadrate geschnittenes Bildermotiv in fünffacher Ausfertigung wird wie ein Memory verteilt. Deckt man zweimal das gleiche Quadrat auf, darf man eines behalten, bis sein Bild vollständig ist.

Das seit 1962 bestehende Kettcar kommt ebenfalls im neuen Gewand daher: als geländegängiges Kettquad. Und Frisbees fliegen dank einer eingebauten Schnur jetzt stets zum Werfenden zurück. Mehr als 2600 Aussteller präsentieren bis zum 9. Februar in Nürnberg ihre Produkte, darunter 70 000 Neuentwicklungen.

Dabei wird ein weiterer Trend deutlich: Umweltthemen nehmen einen immer breiteren Raum ein. So stellt die Firma Jemini Kuscheltiere aus Müll her. „Um auf ein größeres Plüschtier zu kommen, werden zehn normale PET-Flaschen verwendet“, erklärt Rudolf Wellan.

Auch Energiethemen stehen hoch im Kurs: Die „Solarfriends“ – kleine Disney-Figuren – laufen und tanzen, nachdem sie mit Licht aufgeladen wurden. Im „Geolino Powerhouse“ lernen Kinder vieles über alternative Energiequellen, während Green Science mit seinen Bastelsets zeigt, wie man Wasser trinkbar macht oder mit dem Strom aus einer Kartoffel eine Uhr betreibt.

Noch etwas physiklastiger geht es beim neuen Experimentierkasten von Kosmos zu: Wie kann man verhindern, dass ein Luftballon über einer Kerzenflamme platzt? Wieso lenkt ein statisch aufgeladener Stab einen Wasserstrahl ab? Die Kinder können mit Hilfe eines Drehbuchs als Entertainer durch eine Show führen. Darin eingebettet sind dann die Experimente.

Bei den klassischen Brettspielen spiegelt sich die Wirklichkeit ebenfalls wider: Verschiedene Virenstämme bedrohen bei „Pandemie“ (Pegasus) die Welt. Forscher, Logistiker und Ärzte müssen ein Gegenmittel entwickeln – möglichst schnell natürlich.

Mit den Folgen der Wirtschaftskrise beschäftigt sich das „Hamsterrad“. Autor Walter Berger schult im Normalleben Arbeitslose und verschuldete Jugendliche im Umgang mit Geld. „Über das Spiel schaffe ich es wesentlich schneller, Lernerfolge zu erzielen“, berichtet er. Die Spieler müssen es schaffen, bei Kurzarbeit oder trotz einer Scheidung liquide zu bleiben.

Da ist Kreativität gefragt – genauso bei „Laterali“. „Hier muss man querdenken, man kann nichts Reproduziertes abrufen“, beschreibt D.D. Rauter. Spieler müssen etwa Speisen nennen, die nach berühmten Personen benannt sind – nicht einfach für logisch strukturierte Manager oder Juristen. Mögliche Antworten sind übrigens Caesar Salad, Schillerlocken oder Christstollen.

Elke Richter

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