Läden kommen zurück ins Zentrum

- München - Die Innenstadt ist tot - es lebe die Innenstadt. Nach dem Trend zum Neubau auf der grünen Wiese drängen die Gewerbeimmobilien-Unternehmen wieder in die Zentren. Vor allem für große Einkaufstempel sehe man "gewaltiges Potential", heißt es beim Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen. Kein Wunder: Während rundherum die Mieten einbrechen, bleiben die Erlöse in innerstädtischen Toplagen konstant.

<P>"In der Innenstadt spielt die Musik, und zwar für längere Zeit", sagte Verbands-Geschäftsführer Günter Haber auf der Messe Expo Real.</P><P>"Die Planungsbehörden müssen weg davon, sich für die besseren Architekten zu halten."<BR>Verbandschef Gerd Koppenhöfer</P><P>Allerdings mit Dissonanzen: Die Firmen erwarten von der Kommunen deutlich mehr Flexibilität. Noch immer gebe es "Investitionshemmnisse wie die unsäglichen Stellplatzsatzungen, die von den Städten als Geldmaschine missbraucht werden". Beim Planungsrecht müssten "die Städte kräftig aufwachen", sagte Verbandschef Gerd Koppenhöfer. Die Oberbürgermeister sollten die Innenstadt zur Chefsache machen. Hier sei ein Umdenken nötig, sagte auch der Chef eines großen Münchner Immobilienunternehmens: "In manchen Städten bekommt man Probleme mit dem OB, sobald man ein Haus bauen will, das größer ist als er selbst."</P><P>Behält der Verband recht, dann entstehen in den Innenstädten zunehmend Einkaufszentren, in die "auch der kleine Friseur und der kleine Bäcker" integriert sind. Bisher sei zu stark an diesem Bedarf vorbei geplant worden. Der Verband rechnet auch mit einer Sanierungswelle für die Handelsimmobilien in der Innenstadt. In den vergangenen Jahren seien vor allem in strukturschwachen Regionen zu wenige Gebäude modernisiert worden.</P><P>Die Lage der Gewerbeimmobilien-Branche insgesamt beurteilt der Bundesverband optimistischer als einzelne Unternehmen. "Wir sollten nicht in das Jammerlied einfallen, dass alles schlecht ist", sagte Koppenhöfer. Laut einer aktuellen Studie von Jones Lang LaSalle sind die Spitzenmieten in München und dem Umland seit 2002 von 32 auf 30 Euro gesunken. Der Leerstand stieg von 3,4 auf 6,4 Prozent: 1 083 400 Qudratmeter stehen frei.</P>

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