Ländervergleich: Bayern am besten, doch das Saarland ist dynamischer

- München - Bayern steht wirtschaftlich an der Spitze aller Bundesländer. Das bestätigte auch die jüngste Studie der "Wirtschaftswoche" und der "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft". Doch bei der Dynamik fehlt Bayern Schwung. In den letzten Jahren lag in dieser Disziplin Sachsen vorn.

Diesmal ist es das Saarland. Immerhin erreicht Bayern aber auch bei der Dynamik einen beachtlichen Platz 2, bezieht man das hohe Startniveau ein. Der frühere Stahlstaat an der Saar macht nach, was Bayern bereits hinter sich hat: erfolgreichen Strukturwandel. In keinem Land ist der Anteil der Beschäftigten in Zukunftsjobs höher. Auch bei der Bewertung der Bürokratie und der Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts sowie der Produktivität erreicht der kleinste deutsche Flächenstaat Spitzenwerte. Dagegen glänzt Bayern mit der besten Arbeitsplatzversorgung, der geringsten Quote an Arbeitslosengeld-II-Empfängern und dem geringsten Schuldenstand der öffentlichen Hand.

Im Dynamik-Ranking punktet auch der Arbeitsmarkt in Bayern. Die ohnehin niedrigste Zahl der ALG-IIEmpfänger weist mit 0,8 Prozent auch den niedrigsten Zuwachs auf. Während die meisten Länder schrumpfen, nahm die Zahl der Bayern von 2003 bis 2005 um 0,5 Prozent zu. Auch beim Wachstum des Bruttoinlandsprodukts muss-te sich Bayern nur dem Saarland geschlagen geben. Doch ein anderer Aspekt des Wohlstands wird in der Studie zum Nachteil: Beim Bruttomonatseinkommen der Arbeitnehmer liegt Bayern auf Platz 7. Weil die Verfasser der Studie hohe Löhne als Standortnachteil bewerte, wird daraus ein Platz 10 und im Dynamik- Ranking sogar ein Platz 16, weil die Löhne im Freistaat auch noch um 1,5 Prozent wuchsen.

Weniger umstrittene Alarmzeichen sind die ausgeprägte Bürokratie (Platz 12 für Bayern) und Platz 7 bei den Wissenschaftsausgaben. Auch bei der Entwicklung zeigen sich Schattenseiten. So zieht der Sparkurs der Staatsregierung die Investitionsquo-te der öffentlichen Haushalte in den Keller. Diese sank um 2,4 Prozent, was nur für Platz 13 reicht. Ebenfalls negativ: ein Minus von 1,4 Prozent beim Ausbildungsangebot in Bayern (Platz 12).

Dennoch liegt Bayern mit einem 1. Platz beim Niveau- Ranking und insgesamt Platz 2 beim Dynamik-Ranking gut: Nie zuvor hatte es ein Niveausieger auch auf die Medaillenränge in der Dynamik geschafft. "Dass Bayern in beiden Bereichen vorne mitspielt, ist ein Beleg für das Zukunftspotenzial des Landes", heißt es in der Bewertung. "Schließlich ist es schwerer, sich von hohem Niveau aus weiter zu verbessern, als sich aus einer schlechten Ausgangsposition hochzuarbeiten."

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