Lästige und gefährliche Bilderflut: Die neueste Masche der Spam-Mafia

- E-Mail-Nutzer kennen das Problem: Im Postfach finden sich unerwünschte Mails mit dubiosen Absendern. Meist werden zweifelhafte Angebote gemacht, die von günstigen Rolex-Uhren bis zu billigen Arzneimitteln reichen. Solche Post, Spam genannt, ist aber noch harmlos. Wehren kann man sich nur mit Programmen gegen Spam, die unerwünschte Post aus dem Briefkasten filtern.

Aber auch die sind zunehmend überfordert, weil die Versender ständig neue Methoden entwickeln. So werden seit einiger Zeit immer mehr Mails versendet, die statt Text nur noch Bilder enthalten. Andreas Marx vom Anti- Viren-Software-Labor AV-Test beobachtet eine wachsende Bilder-Spam- Flut. "Etwa ein Drittel der Spam-Mails enthält derzeit nur noch Bilder."

Bei solchen Bilder- Spams wird der Text der Mail in ein Bild geschrieben. Dieses Bild wird dann in die Mail eingebaut und verschickt. "Die meisten Spam-Filter sind darauf eingestellt, Texte zu analysieren", sagt Marx. Bei Bildern sind die aktuellen Programme meist machtlos. Auch Olaf Pursche, Sicherheitsexperte von "Computerbild", sieht den Vorsprung derzeit bei den Spam-Versendern: "Einige Filter erkennen solche Bilder- Spams noch nicht. Dadurch landet auch mehr unerwünschte Post im Briefkasten."

Verwirrt werden die Spam-Filter durch die unterschiedlichen Strickmuster der Mails. "Die Bilder werden so generiert, dass sie bei jeder verschickten E-Mail etwas anders sind", erläutert Andreas Marx. Das funktioniere etwa durch die Größe oder Formatierung der Bilder. Marx ist allerdings zuversichtlich, dass schon die nächste Generation der Spam-Filter besser sein wird: "Die nächsten Updates, die in den kommenden Wochen verfügbar sein werden, enthalten neue Routinen, um Bilder genauer zu analysieren."

Dabei werden auch Bilder aussortiert, die nicht mit einem normalen Bildbearbeitungsprogramm bearbeitet wurden oder offensichtliche Fehlinformationen wie zufällige Pixel aufweisen. Sascha Strauß, Berater für Anti-Spam-Strategien beim Bundesamt für Informationstechnik, rät Computernutzern, die nicht wollen, dass ihre Mail mit Fotos von der Geburtstagsparty oder der Hochzeitsfeier im Spam- Ordner landen, sich nicht wie ein Spam-Versender zu verhalten: "Eine E-Mail ohne Text und nur mit einem Bild deutet auf Spam hin." Aber auch der Empfänger kann Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.

So sollte der Spam-Filter so eingestellt sein, dass aussortierte Mails nicht sofort gelöscht werden. Von Zeit zu Zeit sollte man den Ordner unter die Lupe nehmen und erst dann die unerwünschte Post löschen. "Bevor man allerdings den Spam-Ordner öffnet und sich die Mails anschaut, sollten die Viren-Signaturen des Virenschutzprogramms auf dem neuesten Stand sein", rät der BSI-Experte. Wer einen E-Mail-Dienst wie Web.de benutzt, kann getrost auf Spam-Filter-Software verzichten.

"In unserem Test zeigte sich, dass der Kauf von Filter-Software nicht lohnt. Das beste Programm schnitt gerade einmal mit der Note ausreichend ab", sagt Olaf Pursche von "Computerbild". Sehr viel besser schnitten die Filter der E-Mail-Dienste im Internet ab. Wird ein solcher Dienst genutzt, muss man sich nicht mehr um Updates bemühen. Das übernehmen die Anbieter dann selbst. Einen absoluten Schutz vor Spam gibt es nicht. Jedoch kann man einiges tun, um die Spam- Flut einzudämmen.

Andreas Marx rät, einen Webmail-Service zu nutzen. Aber auch wer eine Internetseite und damit auch eigene E-Mail-Adressen betreibt, sollte sich die Anschaffung von Anti-Spam-Software überlegen. "Viele Mail-Programme haben sehr gute Spam-Filter. Das Geld sollte man lieber in eine komplette "Security Suite" investieren, so Marx. Die wehre nicht nur Spam-Mails ab, sondern biete auch Schutz vor Viren, Würmern, Ad- und Spyware.

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