Lagarde kandidiert für IWF-Spitze

Paris - Die französische Finanzministerin Christine Lagarde hat am Mittwoch offiziell ihre Kandidatur für den Chefposten beim Internationalen Währungsfonds bekannt gegeben.

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Sie habe die Entscheidung nach reiflicher Überlegung und einem beratenden Gespräch mit Staatspräsident Nicolas Sarkozy getroffen, sagte Lagarde. Lagarde hatte bereits vor der Bekanntgabe ihrer Kandidatur als aussichtsreichste Kandidatin für das Amt der IWF-Direktorin gegolten. Mehrere europäische Länder haben der französischen Finanzministerin bereits ihre Unterstützung ausgesprochen. “Ich will eine möglichst breite Zustimmung für meine Kandidatur“, sagte Lagarde am Mittwoch, nachdem zuletzt aus Schwellenländern Forderungen laut geworden waren, den Chefposten nicht automatisch mit einem Europäer zu besetzen.

Unterstützung erhält Lagarde von der Bundesregierung. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Mittwoch in Berlin, die deutsche Regierung würde es als “sehr positiv begrüßen“, wenn Lagarde als erste Frau dieses Amt bekleiden würde. Sie sei erfahren und kompetent. „Frau Lagarde ist eine Person von hoher fachlicher Kompetenz, die sie in langjährigen Spitzenpositionen in der Privatwirtschaft, in der Politik, in der Regierung ihres Landes erworben hat“, sagte Seibert. „Und sie vereint diese große fachliche Kompetenz mit großer Erfahrung auch auf dem internationalen Parkett.“ Darüber hinaus sei sie „bestens vertraut mit der Staatsschuldenkrise in Europa“, bei der der IWF eine gewichtige Rolle spiele.

Das IWF-Direktorium will bis Ende Juni seine Wahl treffen. Sollte sie gewählt werden, werde sie all ihre Erfahrung als Anwältin, Ministerin, Managerin und Frau in den Job einbringen, sagte Lagarde. Vor allem ihr Geschick bei internationalen Verhandlungen haben der französischen Finanzministerin in Europa einen guten Ruf eingebracht. Gleichzeitig war sie maßgeblich daran beteiligt, dass sich IWF und EU auf Rettungspläne für Griechenland, Irland und Portugal einigen konnten. Der Posten des IWF-Chefs war frei geworden, nachdem der bisherige Direktor Dominique Strauss-Kahn wegen eines Vergewaltigungsvorwurfs festgenommen wurde und daraufhin zurücktrat.

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dapd

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