Lage auf Bayerns Lehrstellenmarkt bleibt angespannt

- München - Die Situation auf dem bayerischen Lehrstellenmarkt ist unverändert ernst. Zwar konnte die Lücke zwischen Bewerbern und Ausbildungsplätzen rein rechnerisch geschlossen werden. "Jeder Jugendliche hat ein Angebot erhalten", sagte Jürgen Heike (CSU), Staatssekretär im bayerischen Sozialministerium, bei der Vorstellung der Ausbildungsbilanz 2004. Der Ausgleich wurde jedoch nur durch ein neues Praktikumsprogramm möglich.

Ende Dezember standen 4405 nicht versorgten Jugendlichen 4750 offene Stellen gegenüber. "Unsere Anstrengungen haben sich gelohnt", resümiert Heike. Noch im Frühjahr gab es für 47 760 Jugendliche lediglich 28 124 Ausbildungsplätze. "Die Situation war alles andere als ermutigend", erinnert sich Heike. Gemeinsam mit der Arbeitsverwaltung und den Organisationen der bayerischen Wirtschaft wurde daher die Kampagne "Fit for Work" gestartet.

Um Jugendlichen einen Anreiz zu bieten, auch weiter entfernte Ausbildungsplätze anzunehmen, zahlte der Freistaat Zuschüsse von insgesamt 2,1 Millionen Euro. Außerdem wurden Betriebe im Grenzgebiet zu Tschechien, die einen zusätzlichen Ausbildungsplatz anboten, mit 5000 Euro gefördert.

Erstmals warben die Vertreter der Wirtschaft bei den Betrieben auch um Praktikumsplätze, so genannte Einstiegsqualifikationen. Dieses im Rahmen des Ausbildungspakts der Bundesregierung geschaffene Angebot stößt bei den Jugendlichen jedoch auf geringes Interesse: Von 4000 Plätzen sind noch mehr als 2700 Stellen frei.

Alarm schlugen die Vertreter der Wirtschaft wegen der mangelnden Qualifikation vieler Jugendlicher: "Es geht nicht, dass in Bayern 10 000 bis 12 000 Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlassen", sagte Reinhard Dörfler, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages. In die gleiche Kerbe schlug Rudolf Herwig, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern: "Die Berufsausbildung ist nicht die Reparaturwerkstatt für Elternhaus und Schule."

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