Lage bei der Deutschen Telekom verschärft sich

Kundenschwund: - Bonn/München - Vor der neuen Runde im Tarifstreit der Telekom am morgigen Dienstag haben sich die Fronten weiter verhärtet. Konzernchef René Obermann rechnet allein in diesem Jahr mit der Kündigung von bis zu 2,4 Millionen Festnetzanschlüssen. Ohne eine weitreichende Sanierung drohten Verluste und der Wegfall von Arbeitsplätzen.

Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder erteilte dagegen allen Plänen für Lohnkürzungen und längere Arbeitszeit eine scharfe Absage. Ohne Einigung werde es eine Urabstimmung über Streik bei der Telekom geben.

Vorstandschef Obermann warnte eindringlich vor einem Scheitern der Sanierungspläne. Der Telekom-Chef will 50\x0f000 Stellen in drei Servicegesellschaften ausgliedern. Dort sollen die Beschäftigten vier Wochenstunden länger arbeiten und binnen drei Jahren zwölf Prozent weniger verdienen. Im Gegenzug soll der 2008 auslaufende Kündigungsschutz um weitere zwei Jahre bis 2010 verlängert werden.

Obermann warnte, wenn es nicht gelinge, die im Vergleich zur Konkurrenz sehr viel höheren Stundenkosten zu senken, sei die Telekom bald nicht mehr wettbewerbsfähig. Noch habe die Telekom 86 Prozent der Festnetzanschlüsse in Deutschland, doch schon in diesem Jahr sei mit dem Verlust von weiteren 2,2 bis 2,4 Millionen Anschlüssen zu rechnen.

Nach Informationen des "Spiegel" hat in den ersten drei Monaten dieses Jahres die Rekordzahl von 600000 Festnetzkunden ihren Telefonanschluss bei der Telekom gekündigt. Dennoch könne der Konzern an seinen Ergebnisprognosen für 2007 festhalten, da parallel dazu der Verkauf von Breitbandanschlüssen deutlich gestiegen sei.

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