Lage im Einzelhandel bleibt trübe

- Wiesbaden - Die Lage im deutschen Einzelhandel bleibt weiter trübe und wird auch im Weihnachtsgeschäft keine Trendwende erleben. Im Oktober sank der Umsatz der Branche im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,2 Prozent, unter Berücksichtigung der Inflation sogar um 0,8 Prozent. Grund dafür war unter anderem ein Verkaufstag weniger, berichtete das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden. In den ersten zehn Monaten des Jahres bescherten die Verbraucher den Einzelhändlern einen realen Zuwachs von lediglich 0,8 Prozent. Für das Gesamtjahr erwartet der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) zum vierten Mal in Folge ein Umsatzminus.

Nach dem Einbruch der Einzelhandelsumsätze im September als Folge der Rekord-Benzinpreise hat sich die Lage aber ein wenig erholt. Gegenüber dem Vormonat September stiegen die Umsätze kalender- und saisonbereinigt laut Statistiker real um 1,9 Prozent. Dennoch setze sich insgesamt der Abwärtstrend fort.

"Im Oktober haben die Koalitionsverhandlungen und die Meldungen über neue Steuern die Konsumenten verunsichert", sagte die stellvertretende HDE-Sprecherin Ulrike Hörchens. Das Weihnachtsgeschäft werde knapp das Vorjahresniveau erreichen. "Ein Aufschwung ist nicht in Sicht. Viele Menschen fürchten um ihren Arbeitsplatz." In der ersten Woche des Weihnachtsgeschäfts habe der Textilhandel mit warmer Kleidung ein Umsatzplus gemacht. Auch klassische Geschenkebranchen wie Parfümerie, Kosmetik, Bücher und Unterhaltungselektronik profitierten von der Weihnachtszeit. 2005 wird der Einzelhandel laut HDE ein nominales Umsatzminus von 1,0 Prozent verbuchen.

Steigende Umsätze verzeichnete der Einzelhandel im Oktober mit kosmetischen und pharmazeutischen Produkten (real plus 1,9 Prozent). Auch der Versandhandel mit plus 0,6 Prozent sowie der Bekleidungsbereich mit plus 0,4 Prozent legten zu. Dagegen sanken die Umsätze mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren um 1,0 Prozent, dabei vor allem im Lebensmittel-Facheinzelhandel wie Getränkemärkten und Fischgeschäften um 6,1 Prozent. Den stärksten Einbruch verzeichneten Waren- und Kaufhäuser mit minus 7,4 Prozent.

Das vorläufige Ergebnis hat das Amt aus den Daten von fünf Bundesländern berechnet, in denen 79 Prozent des Gesamtumsatzes im Einzelhandel erzielt werden.

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