Katalonien: Madrid will Regionalregierung absetzen

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Lage an Tankstellen entspannt sich: Streit um Energie geht weiter

- München/Berlin - Nach dem Benzinpreisschock können die Autofahrer jetzt wieder etwas aufatmen: Die Kraftstoffpreise sind den Mineralölkonzernen Total und Aral zufolge gesunken. Ein Liter Superbenzin kostet demnach etwa 4 Cent weniger, Diesel 1 Cent weniger als vergangenen Freitag. Für Super mussten die Autofahrer damit durchschnittlich 1,42 Euro zahlen, für Diesel 1,17 Euro. Dennoch sehen Experten langfristig weiter hohe Kraftstoffpreise.

Auch der Rohölpreis war nach dem Anzapfen der strategischen Reserven weiter gesunken. Auch Deutschland will ab 7. September für 30 Tage maximal 474 000 Tonnen Rohöl oder Ölprodukte aus den strategischen Reserven freigeben. Im europäischen Handel fiel die Notierung für die Nordseesorte Brent in London um 1,41 Dollar. Damit kostete ein Barrel (159 Liter) 64,85 Dollar. Die Preise sind nun wieder in etwa dort, wo sie vor dem Hurrikan "Katrina" waren. Wegen eines Feiertages wurde am Montag in New York nicht gehandelt.

Nach dem Wirbelsturm kommt die Spritproduktion in der zerstörten Region an der US-Golfküste nur langsam in Schwung. Von den acht geschlossenen Großraffinerien hat bislang erst eine die Arbeit wieder aufgenommen. Eine zweite Fabrik ist wieder hochgefahren worden, zwei weitere folgen vermutlich in dieser Woche.

Der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) sieht zunächst eine Beruhigung auf den Märkten. Die Einkaufskosten für Fertigprodukte wie Benzin, Diesel und Heizöl seien nach den Steigerungen der letzten Tage wieder gesunken, sagte MWV-Sprecherin Barbara Meyer-Bukow. Wenn dieser Trend anhalte, könne sich die Lage in den nächsten Tagen weiter entspannen.

Experte Rainer Wiek vom Hamburger Energie-Informationsdienst hält einen Anstieg des Preises für Superbenzin auf 1,50 Euro weiter für möglich. Eine Prognose für die kommenden Tage sei allerdings schwierig. Es hänge alles von den Einkaufspreisen in Rotterdam ab, betonte er. Die derzeitige Entwicklung sei nicht mehr als ein "kleiner Hoffnungsschimmer".

Bundesumweltminister Jürgen Trittin kritisierte unterdessen die Ölkonzerne. Sie hätten die Naturkatastrophe in den USA zum Vorwand genommen, um "die Benzinpreise bei uns drastisch anzuheben", sagte der Grünen-Politiker. Dieses Vorgehen sei dreist. Das jetzt teuer verkaufte Benzin sei schon vor der Katastrophe eingekauft worden.

Trittin forderte von der europäischen Automobilindustrie die Senkung des Pkw-Spritverbrauchs bis 2012 auf im Schnitt fünf Liter je 100 Kilometer. Er wies den Vorwurf zurück, die Bundesregierung sei mit der Ökosteuer mit verantwortlich für die hohen Benzinpreise. "Anfang 2003 haben wir zum fünften und bisher letzten Mal die Ökosteuer erhöht", sagte Trittin der "Märkischen Allgemeinen". "Danach kostete der Liter Sprit rund einen Euro. Heute kostet der gleiche Sprit, obwohl nicht ein Cent Ökosteuer dazugekommen ist, mehr als 1,40 Euro."

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Andreas Scheuer sprach sich für die Einführung einer Pkw-Maut auf Deutschlands Autobahnen zum 1. Januar 2006 aus. Das Geld solle dabei über die Ausgabe von Vignetten wie in Österreich hereinkommen. "Mit dem Erlös sollte entweder die Kfz-Steuer reduziert oder die Ökosteuer zurückgeführt werden", sagte er der "Passauer Neuen Presse".

Kanzlerkandidatin Angela Merkel hatte für den Fall eines Wahlsiegs eine Pkw-Maut bereits ausgeschlossen. Die Union will jedoch eine einheitliche Plakette für umweltfreundliche Dieselfahrzeuge einführen.

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