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Theo Zellner

Bayerns neuer Sparkassen-Chef im Interview

„Landesbank-Fusion wird Thema bleiben“

München - Landkreistagspräsident Theo Zellner (CSU) wird zum 1. April neuer Präsident des Sparkassenverbands Bayern. Kurz vor der Abstimmung verzichtete sein Gegenkandidat auf die Kandidatur.

Theo Zellner (61) ist bislang Landrat in Cham (Oberpfalz) und Präsident des Bayerischen Landkreistags. Als Jugendlicher trat er in die Junge Union ein.

Bevor der verheiratete Familienvater 1989 hauptamtlicher Bürgermeister in Bad Kötzting wurde, arbeitete er 18 Jahre lang als Lehrer an einer Volksschule.

Als Sparkassenpräsident soll er 450 000 Euro im Jahr verdienen. Sein Vorgänger Siegfried Naser kam auf 600 000 Euro.

Sein Rivale, der Erlanger OB Siegfried Balleis (CSU), verzichtete kurz vor der Abstimmung im Verbandsvorstand am Freitag auf seine Kandidatur. Wir sprachen mit Theo Zellner über Herausforderungen für die Sparkassen, die Zukunft der Landesbank und sein üppiges Gehalt.

Herr Zellner, Ihnen ist eine Kampfabstimmung erspart geblieben. Mussten Sie dafür den Städten das Recht zusichern, Ihren Nachfolger zu bestimmen?


Man kann für ein solches Anliegen den persönlichen Einsatz zum Ausdruck bringen. Aber so etwas ist rechtlich nicht bindend. Ich kann nur mit Respekt vermerken, dass Herr Dr. Balleis gesagt hat, er zieht zurück und geht davon aus, dass er das nächste Mal irgendwo berücksichtigt wird. Darüber wird dann in vier Jahren zu diskutieren sein. Im Vordergrund stand, dass die Sparkassenseite darauf gedrängt hat, dass wir uns einigen mögen.

Warum beträgt Ihre Amtszeit nur vier Jahre statt der bisher üblichen fünf?

Das ist mein persönlicher Wunsch, weil ich dann 65 Jahre alt sein werde. Ich möchte meinen vollen Einsatz bringen und dafür spielt keine Rolle, ob die Amtszeit vier oder fünf Jahre beträgt.

Die Sparkassen haben bei der Landesbank kaum noch etwas zu melden. Worin sehen Sie die wichtigsten Aufgaben in Ihrem neuen Amt?

Zunächst müssen wir die Verbandsstrukturen reformieren – weg von einer präsidialen Verfassung hin zu einer kollegialen. Diejenigen, die das operative Geschäft machen, müssen in die Entscheidungen mehr eingebunden werden. Der Verbandsvorstand soll das Kontrollorgan für das Präsidium sein – nicht nur mit Empfehlungen. Ein weiteres Thema ist das Verhältnis zur BayernLB. Unabhängig vom direkten Anteil an der Landesbank wird es für die Sparkassen wichtig sein, wie die Landesbanken-Landschaft in Bayern und Deutschland künftig aussieht. Wir werden uns in diese Diskussion aktiv einbringen.

Wie ist Ihre Position in dieser Frage?

Ich habe bereits vor drei Jahren einen gemeinsamen Beschluss des bayerischen und des baden-württembergischen Landkreistages mit herbeigeführt, eine Südbank aus den Landesbanken beider Länder zu schaffen.

Sind Sie nach wie vor ein Anhänger einer Südbank-Lösung?

Das habe ich nicht mehr zu entscheiden. Das hängt davon ab, wie sich der Freistaat verhält. Dabei wird ja auch von einer möglichen Privatisierung gesprochen. Ich gehe aber davon aus, dass die Frage von Fusionen von Landesbanken auch in Zukunft ein Thema sein wird. Da sollten wir als Sparkassen nicht nur zuschauen, sondern uns auch konstruktiv einbringen.

Die Sparkassen sind daran interessiert, die LBS-Bausparkasse von der Landesbank zu übernehmen. Sind Sie zuversichtlich, dass das gelingen wird?

Wir haben uns in einem Grundlagenvertrag mit dem Freistaat ein Vorkaufsrecht für die LBS gesichert. Das ist für uns eine zentrale Aufgabe.

Noch bevor Ihre Wahl offiziell verkündet war, gab es Reaktionen der Landtags-Opposition. Dabei wird insbesondere Ihr Honorar von angeblich 450 000 Euro pro Jahr kritisiert.

Ich war an der Entscheidung des Vorstandes über die Gehaltsfrage nicht beteiligt. Das war eine nicht öffentliche Sitzung. Wenn andere daraus plaudern, sollen sie es machen. Ich werde das nicht kommentieren. Ich habe aber immer wieder betont, dass auch bei der Gehaltsstruktur ein Beitrag geleistet wird, der zu einem vertretbaren Ergebnis führt.

Wäre es nicht besser gewesen, jemanden an diese Position zu setzen, der lange Erfahrung in einer Bank oder Sparkasse hat?

Nein, im Gegenteil. Der, der im Bankgeschäft zu Hause ist, sitzt als Vizepräsident neben dem Präsidenten. Der wird – wie in den Sparkassen üblich – mitentscheiden. Da spreche ich von einem Vier-Augen-Prinzip. Aber die Eigentümerstruktur der Sparkassen wird eben durch das Amt des Präsidenten besonders bewertet.

Interview: Dominik Müller

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