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 Gerhard Gribkowsky (r.) begrüßt Felix Dörr (l.), den zweiten Verteidiger des ehemaligen Landesbankchefs Werner Schmidt (Mitte).

Landesbank-Prozess

Ex-Banker: "Waren keine dummen Buben"

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München - Im Prozess um den Fehlkauf der Hypo Group Alpe Adria ist Ex-Landesbankchef Werner Schmidt schwer in Bedrängnis geraten. Für einen seiner Mitangeklagten könnte der Prozess hingegen bald schon vorbei sein.

Klaus Volk scheint zu leiden auf dem Platz neben seinem Mandanten. Die Stirn in die Hand gestützt schaut er auf die Tischplatte. Volk soll den ehemaligen Landesbankchef Werner Schmidt verteidigen. Kein einfacher Job, denn der windet sich gerade auf der Anklagebank. Etwas „überspitzt“ seien seine Aussagen bei der Staatsanwaltschaft gewesen, behauptet Schmidt. Damals hatte er den Ermittlern selbst von der Bestechungsforderung des verstorbenen Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider erzählt – die er später erfüllt haben soll. Überzeugende Argumente klingen anders – das weiß auch Volk.

Es ist der zweite Verhandlungstag im Verfahren um den fatalen Kauf der Hypo Group Alpe Adria (HGAA). Auf der Anklagebank sitzen neben Schmidt noch sechs weitere Ex-Vorstände. Allen wirft die Staatsanwaltschaft Untreue vor, Schmidt und drei anderen auch noch die Bestechung eines Amtsträgers. Sie sollen die HGAA überteuert gekauft und sich Haiders Zustimmung zu dem Deal mit einem fragwürdigen Sponsoring-Deal gesichert haben.

Am ersten Prozesstag vor zwei Wochen hatten die Angeklagten in schriftlichen Erklärungen alle Vorwürfe zurückgewiesen. Doch jetzt geht es ans Eingemachte. Der Vorsitzende Richter Joachim Eckert will vor allem wissen, was im Anwesen des Ex-HGAA-Chefs Tilo Berlin am Ulrichsberg, genannt Klockerhube, geschah. Hier soll die Bestechung 2007 verabredet worden sein. Es sei eine größere Runde gewesen, sagt Schmidt, neben dem Hausherren und ihm sei auch Haider dagewesen. „In der großen Runde hat Herr Haider zu meiner Verwunderung und auch Verärgerung gedrängt: Wenn Bayern sich schon engagieren will, warum dann nicht auch für den Fußball?“, erinnert sich Schmidt. Klingt harmlos, doch laut Anklage war das Gespräch konkreter. Schmidt hatte den Ermittlern erzählt, dass er Haider von geforderten 10 auf 2,5 Sponsoren-Millionen für den örtlichen Fußball heruntergehandelt habe. „Dass ich mich damals auf eine Diskussion über irgendwelche Summen eingelassen habe, ärgert mich“, sagt Schmidt.

Juristisch ist wichtig, ob Haider die Erfüllung seiner Forderung zur „Bedingung“ für den Verkauf der HGAA gemacht hat. So hatte Schmidt es den Staatsanwälten gesagt. „Die Verknüpfung, so wie’s gemacht wurde, war ein sehr stringenter Vortrag, ob das von mir genannte Wort Bedingung gefallen ist, kann ich nicht mehr sagen“, windet sich Schmidt. Heute denke er: „Wahrscheinlich hätte man das Gespräch abbrechen sollen.“ Nie sei er auf die Idee gekommen, dass das Bestechung sein könnte.

Eckert liest Schmidt vor, was er bei der Staatsanwaltschaft gesagt hat, da klang es nicht so, als habe er nichts geahnt: Haider habe gewusst, dass man von ihm abhängig war, und „nutzte es aus“. Im Gerichtssaal wirkt der sonst übertrieben selbstsicher auftretende Schmidt nervös, rückt seine Krawatte zurecht. „Es war allen Beteiligten klar, dass man diese Kröte schlucken musste. Dieses Thema empfanden alle als eklig“, erzählte Schmidt den Ermittlern.

Man muss bei Schmidts Auftritt an die Aussage des ebenfalls angeklagten Ex-Vorstands Gerhard Gribkowsky denken: „Meine Kollegen und ich waren alle erfahrene Banker und keine dummen Buben.“ Auch Gribkowsky weist die Vorwürfe zurück. „Es ist schiefgegangen, keine Frage“, beginnt er seine Erklärung. „Aber nicht jedem Tod liegt ein Mord zugrunde.“ Für Gribkowsky könnte der Prozess bald vorbei sein. Seine Anwälte hoffen, dass das Verfahren gegen ihn eingestellt wird. Laut Strafprozessordnung ist das möglich, wenn ein Angeklagter eine hohe Strafe verbüßt und keine weitere hohe Strafe zu erwarten ist.

Weil Gribkowsky sich von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone schmieren ließ und dafür schon eine achteinhalbjährige Haftstrafe absitzt, könnte für ihn der Prozess schon in wenigen Wochen beendet sein. Ohne die Zustimmung der Staatsanwaltschaft kann das Gericht das Verfahren allerdings nicht einstellen. In Justizkreisen heißt es, die Staatsanwälte könnten erst noch abwarten, bis Gribkowsky gegen Ecclestone ausgesagt hat. Dessen Prozess beginnt Ende April.

Philipp Vetter

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