Schadenersatz-Prozess

Landesbank wollte sich mit Ex-Vorständen einigen

München – Die Bayerische Landesbank hat versucht, sich außergerichtlich mit ihren ehemaligen Vorständen und deren Managerhaftpflichtversicherung auf Schadenersatz zu verständigen.

Die Landesbank fordert derzeit in einem Zivilprozess 200 Millionen Euro von den ehemaligen Managern, weil sie die BayernLB beim Kauf der maroden österreichischen Bank Hypo Group Alpe Adria (HGAA) geschädigt haben sollen. Am Mittwoch hatte das Landgericht München entschieden, dass sich die Vorstände beim Kauf der Mehrheit an der HGAA zumindest strafrechtlich keiner Untreue schuldig gemacht haben. Damit sinken die Chancen der Landesbank weiter, Schadenersatz zu bekommen.

Schon vor der Entscheidung des Strafgerichts hatte die BayernLB nach Informationen unserer Zeitung mehrfach versucht, noch einen Vergleich in der Schadenersatzfrage zu schließen. Das Zivilgericht hatte schon einmal einen Kompromiss über 25 Millionen Euro vorgeschlagen, der jedoch von der Landesbank abgelehnt wurde. Wie mehrere Verfahrensbeteiligte nun bestätigen, hat die BayernLB in den vergangenen Monaten aber gleich zwei Mal versucht, doch noch einen Vergleich zu erzielen. Zunächst habe die Bank signalisiert, dass sie sich vorstellen könne, für 100 Millionen Euro den Rechtsstreit zu beenden. Dieser Betrag hätte knapp unterhalb der Deckungssumme der Managerhaftpflichtversicherung von 105 Millionen Euro gelegen. Später habe die BayernLB sogar signalisiert, auch für 50 Millionen Euro über einen Vergleich sprechen zu wollen. Offizielle Gespräche kamen jedoch nicht zustande.

Die Landesbank hätte nicht nur von der Versicherung Geld gefordert, sondern auch von den Ex-Vorständen persönliche finanzielle Beiträge verlangt. So hatte sich Siemens nach der Korruptionsaffäre mit seinen Ex-Managern geeinigt, dieser Vergleich sollte als Vorlage dienen. Ein Sprecher der Bayerischen Landesbank und der Anwalt der Versicherung wollten sich nicht äußern.

Mit dem Beschluss des Strafgerichts, große Teile der Anklage gegen die Ex-Vorstände nicht zuzulassen, sind die Chancen auf eine außergerichtliche Einigung weiter gesunken. „Es ist davon auszugehen, dass die Entscheidung des Strafgerichts auch in dem parallel gegen die Vorstände geführten zivilrechtlichen Verfahren von erheblicher Bedeutung sein wird und die von Seiten der Bayerischen Landesbank geltend gemachten Schadenersatzansprüche abgewiesen werden, wenn sich die Angelegenheit nicht vorher durch Klagerücknahme erledigen sollte“, hatte die Kanzlei von Josef Nachmann, die den ehemaligen Vorstandschef Werner Schmidt vertritt, mitgeteilt. Auch andere Ex-Vorstände geben sich nun erst recht wenig kompromissbereit.

Philipp Vetter

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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