Landesbank-Fusionen: "Momentan hat es ökonomisch keinen Sinn"

- München - Nach mehreren Zusammenschlüssen und Kooperationen von Landesbanken sieht der Präsident des Sparkassenverbands Bayern, Siegfried Naser, keinen Spielraum für weitere Fusionen. "Wenn wir eines Tages feststellen, es bringt etwas, mit jemand zu fusionieren, dann ja. Aber momentan sehe ich keine ökonomische Sinnhaftigkeit darin", sagte Naser im Gespräch mit dieser Zeitung. Kooperationen über die Sektoren-Grenzen hinweg könnten aber etwa zu einer einheitlichen Transaktionsbank für Sparkassen, Genossenschaftsbanken und Privatbanken führen.

<P>"Ja, wir haben zu viele Landesbanken. Aber es hat sich schon viel bewegt", erklärte Naser. Die Bayerische Landesbank hat 75 Prozent an der SaarLB übernommen und ist eine Kooperation mit der hessischen Helaba eingegangen. Im Norden ist die HSH Nordbank entstanden. Die Landesbank Baden-Württemberg hat ihr Pendant in Rheinland-Pfalz übernommen. "Das heißt, wir haben nur noch drei, vier große Blöcke. Darum glaube ich, wird sich da auf längere Sicht nichts tun." Auch ein Aufbrechen des 3-Säulen-Modells aus Sparkassen, Genossenschaftsbanken und Privatbanken käme nicht in Frage. "Auf viele Jahre und Jahrzehnte wird das 3-Säulen-Modell bestehen bleiben."<BR><BR>Grundsätzlich sei der allgemeine Ruf nach Änderungen in der Bankenlandschaft, um die Rentabilität der Institute zu erhöhen, nicht nachvollziehbar. "Ich habe gedacht, Wettbewerb und für den Verbraucher günstige Preise sind das, was unser Land wünscht", sagte der bayerische Sparkassen-Präsident. "Wir haben das kundenfreundlichste Bankensystem, das effizienteste und den härtesten Wettbewerb."<BR><BR>Der Trend zu Kooperationen - auch über die Grenzen der drei Sektoren hinweg - wird nach Nasers Einschätzung anhalten. "Bei beleghaftem Zahlungsverkehr und Wertpapierabwicklung etwa wird es sicherlich eine verstärkte Zusammenarbeit in der Zukunft geben. Und möglicherweise gibt es sogar eines Tages eine deutschlandweit einheitliche Lösung über alle Säulen hinweg für diese Back-Office-Bereiche." Dies sei lediglich eine ökonomische Frage. Unterschiedliche Systeme zusammenzuführen koste viel Geld. "Wir sind zu allem bereit, aber nur, wenn wirtschaftlich auch etwas herauskommt."<BR><BR>Bei der Bayerischen Landesbank, die jeweils zur Hälfte dem Freistaat und den Sparkassen gehört, will Naser keinen Anspruch auf Besetzung des Postens des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden durch einen Vertreter der Sparkassen anmelden. BayLB-Vize Peter Kahn wird zum Jahresende das Institut verlassen. <BR><BR>Man habe zwar Kandidaten im Auge, es gebe aber keine zwei konkurrierenden Lager Staat und Sparkassen. Naser selbst wurde zuletzt als möglicher Nachfolger des Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Dietrich Hoppenstedt, gehandelt, dessen Amtszeit im Herbst 2006 endet. Er zeigt aber keine Bundes-Ambitionen. "Ich werde mich zu keinem Zeitpunkt darum bewerben, sondern um eine Verlängerung meines Vertrags in Bayern um fünf Jahre bitten."<BR><BR></P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

USA und China verschärfen Handelsstreit dramatisch
Geht es nach Donald Trump, soll die Hälfte aller chinesischen Einfuhren in die USA mit Strafen belegt werden. Peking will Vergeltung üben. Die beiden größten …
USA und China verschärfen Handelsstreit dramatisch
Audis kommissarischer Chef heißt Bram Schot
VW und Audi halten sich im Falle Stadler alle Optionen offen. Der Audi-Chef wurde beurlaubt und der bisherige Vertriebsvorstand Schot auf seinen Posten berufen. …
Audis kommissarischer Chef heißt Bram Schot
Lange Wartezeiten am Frankfurter Flughafen möglich
Deutschlands Tor zur Welt klemmt derzeit. Zum Beginn der Sommerferien in einigen Bundesländern herrscht am Frankfurter Flughafen Anspannung. Staus wie zu Ostern sollen …
Lange Wartezeiten am Frankfurter Flughafen möglich
Frau lenkt Diskussion nach Aldi-Post in andere Richtung: Wurden wegen der WM tatsächlich viele Hunde getötet?
Über positive Aufregung vor der Fußball-WM wollte Aldi Süd auf Facebook schreiben - und erlebte eine aus ganz anderen Gründe aufgeregte Kundin.
Frau lenkt Diskussion nach Aldi-Post in andere Richtung: Wurden wegen der WM tatsächlich viele Hunde getötet?

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.