Karlsruhe erlaubt G20-Protestcamp - aber stark eingeschränkt

Karlsruhe erlaubt G20-Protestcamp - aber stark eingeschränkt

Elektronische Steuerkarte

So landet 2013 mehr Netto auf dem Konto

Berlin - Nach einer zweijährigen Hängepartie soll die neue elektronische Steuerkarte im nächsten Jahr endlich an den Start gehen. Was das für Millionen Arbeitnehmer bedeutet.

Die bisherigen Freibeträge verlieren ihre Gültigkeit. Wer auch 2013 monatlich mehr Netto auf dem Konto haben will, muss sie bei seinem Finanzamt von sich aus neu beantragen, und zwar möglichst bis zum Jahresende. Der Antrag auf Lohnsteuerermäßigung, wie er im Amtsdeutsch heißt, macht kaum Mühe, zahlt sich für Millionen Beschäftigte aber aus. Je nach Verdienst und Steuersatz können monatlich einige Hundert Euro mehr in der Tasche drin sein.

„Man schafft sich mithilfe der Freibeträge finanziell mehr Spielraum, Monat für Monat“, erklärt Erich Nöll vom Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine (BDL). Die Abzüge für Lohn- und Kirchensteuer sowie den Solidaritätszuschlag fallen dann geringer aus. Die vorgezogene Lohnsteuerermäßigung sei interessant für fast alle Arbeitnehmer, betont auch Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler in Berlin.

Freibeträge neu anmelden lohnt sich vor allem für Pendler. Oder für Steuerzahler, die Kinderbetreuungs- oder Reisekosten haben, volljährige Kinder oder ein Minus aus der Vermietung. Dass mehr Netto vom Bruttolohn im Geldbeutel landet, kann auch für Arbeitnehmer wichtig sein, die bald Lohnersatzleistungen wie Elterngeld oder Arbeitslosengeld erwarten. Beides wird vom Nettoeinkommen berechnet.

Kein Geschenk an den Staat

Trödeln ist nicht ratsam: Wer es verpasst, sich bis Silvester die Freibeträge zu sichern, dürfte im Januar deutlich weniger Nettogehalt rausbekommen, gibt Steuerexpertin Klocke zu bedenken. Verloren ist zwar nichts. Zu viel gezahlte Steuern können über die Einkommensteuererklärung für das Jahr 2013 wieder zurückgeholt werden. Aber das Geld gibt es mit deutlicher Verzögerung, erst etwa anderthalb Jahre später, wie Klocke betont.

„Der Bürger kriegt unterm Strich nicht mehr Geld raus, verzichtet mit der späten Rückerstattung allerdings auf Verzinsung,“ erläutert Nöll. Trotzdem machten sich längst nicht alle Steuerzahler die Mühe, abzugsfähige Posten von Anfang an eintragen zu lassen - zur Freude des Fiskus, der seinerseits die Zinsen millionenfach mitnehmen kann. Eine Ausnahme gibt es: Behinderte Menschen und Hinterbliebene müssen ihre Freibeträge nicht noch einmal neu beantragen. Sie gelten automatisch weiter.

Für alle anderen Beschäftigten gilt: Wer 2013 monatlich flüssiger sein will, sollte zuerst grob rechnen. Die Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnlichen Belastungen müssen insgesamt mindestens 600 Euro betragen. Von den Werbungskosten wird nur der Teil berücksichtigt, der den Pauschbetrag von 1.000 Euro übersteigt. Wer sich allein über Werbungskosten einen Eintrag sichern will, muss über die Grenze von 1.600 Euro kommen. Diesen Betrag erreichten viele Pendler schon ab 30 Kilometer Fahrtweg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, betont Nöll.

Auch für 2012 noch mehr Netto drin

Zu den Werbungskosten zählen nicht nur die Fahrtkosten, sondern alles, was mit dem Beruf zusammenhängt. Also Ausgaben für Arbeitsmittel wie Computer, Fachliteratur, die Fortbildung, doppelte Haushaltsführung, Gewerkschaftsbeiträge, Reisekosten bei Auswärtstätigkeiten oder eine jobbedingte Betreuung für Kinder unter 14 Jahren.

Die Formulare für den Antrag auf Lohnsteuerermäßigung gibt es seit Anfang Oktober entweder bei den Service-Centern der Finanzämter. Oder im Internet unter www.formulare-bfinv.de.

Auch für 2012 können rückwirkend noch Freibeträge angemeldet werden. Einträge sind allerdings nur noch bis 30. November dieses Jahres beim Finanzamt möglich. Durch den Schachzug kann unter Umständen ein Großteil des Arbeitslohns für November und Dezember steuerfrei bleiben, sagt Nöll. Zusatzplus: Auch vom Weihnachtsgeld dürfte deutlich mehr übrigbleiben.

dapd

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Streit um Strafzinsen für Kleinsparer geht wohl vor Gericht
Eines ist klar: Wer mit seinem Girokonto im Minus ist, zahlt Zinsen an die Bank. Wer im Plus ist, bitteschön auch - so zumindest konnte man einen umstrittenen …
Streit um Strafzinsen für Kleinsparer geht wohl vor Gericht
Dax schwächelt erneut - Euro-Auftrieb belastet
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat erneut nachgegeben. Dabei passte sich der deutsche Leitindex den gesamten Tag über dem Auf und Ab des Euro an, der letztlich wieder …
Dax schwächelt erneut - Euro-Auftrieb belastet
BMW und Audi wollen Hunderttausende Diesel umrüsten
Fast sechs Millionen Euro-5-Diesel sind in Deutschland unterwegs. Auf Druck der bayerischen Landesregierung erklären sich BMW und Audi nun bereit, Hunderttausende Autos …
BMW und Audi wollen Hunderttausende Diesel umrüsten
Euro steigt auf höchsten Stand seit einem Jahr
Frankfurt/Main (dpa) - Der Euro ist auf den höchsten Stand seit gut einem Jahr gestiegen. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung bis zu 1,1391 US-Dollar, …
Euro steigt auf höchsten Stand seit einem Jahr

Kommentare