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Landkreistag ebenfalls gegen Nachfolgemodell für Neun-Euro-Ticket

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Neun-Euro-Ticket
Neun-Euro-Ticket (Symbolbild) © IMAGO/Rene Traut

Auch der Deutsche Landkreistag hat sich ablehnend gegenüber einer Nachfolgeregelung für das Neun-Euro-Ticket ausgesprochen.

Berlin in Deutschland - Präsident Reinhard Sager erklärte am Dienstag, er unterstütze "nachdrücklich" die Feststellung von Finanzminister Christian Lindner (FDP), dass keine weiteren Finanzmittel für das Ticket aufgewandt werden sollten. "Wir brauchen vielmehr jeden zusätzlichen Euro für Ausbau und Verbesserung des Angebots", sagte Sager.

So könne damit der ÖPNV - gerade auch für die mehrheitlich außerhalb der Großstädte, in der Fläche und in ländlichen Räumen lebende Bevölkerung - zu einer alltagstauglichen Mobilitätsalternative werden und seinen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele und zur Sicherung gleichwertiger Lebensverhältnisse leisten. Erste Untersuchungen zeigten, dass das Neun-Euro-Ticket vor allem den Menschen in Großstädten zugutekomme, fuhr Sager fort. Das Ticket trage demnach kaum dazu bei, dass das eigene Auto vermehrt stehen gelassen werde; es werde vielmehr zu großen Teilen für zusätzliche Fahrten und Reisen genutzt.

Deutlich sprach sich der Landtags-Präsident auch gegen ein bundesweit gültiges Klimaticket aus: "Ein solches Ticket wäre nur vermeintlich im Interesse der Bürgerinnen und Bürger." Durch eine bundesweite Gültigkeit drohten absehbar erhebliche Einnahmeverluste und -verwerfungen zwischen den einzelnen ÖPNV-Anbietern und Verkehrsverbünden. Dies würde die Finanzierung des ÖPNV-Angebots vor Ort dauerhaft gefährden.

Die Einnahmen aus den Tickets und Abos müssten bei den für den ÖPNV verantwortlichen Kommunen und Verkehrsunternehmen ankommen, die das Angebot vor Ort organisieren und vorhalten, und nicht bei demjenigen, der ein bundesweit gültiges Ticket am effektivsten digital über eine Plattform verkauft, betonte Sager. ilo/hcy

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