Lange Haftstrafe für Heros-Chef gefordert

Hildesheim - Der Ex-Chef des ehemals größten deutschen Geldtransportunternehmens Heros, Karl-Heinz Weis, soll zwölfeinhalb Jahre ins Gefängnis. Der 59-Jährige habe zehn Millionen Euro für seine persönliche Bereicherung veruntreut, sagte Oberstaatsanwalt Andreas Henze vor dem Landgericht.

Dafür beantragte er eine Verurteilung zu sechseinhalb Jahren Haft. Zusammen mit der bereits rechtskräftigen Verurteilung des 59-Jährigen im Mai 2007 wegen Untreue und Bankrotts zu zehn Jahren Haft, forderte Henze eine Gesamtstrafe von zwölfeinhalb Jahren. Der mitangeklagte 50 Jahre alte damalige Bereichsleiter von Heros soll sechs Jahre hinter Gitter.

Den Zusammenbruch seines Lebenswerkes Heros und die Haftstrafe hat sich der 59-Jährige nach Angaben der Staatsanwaltschaft jedoch fürstlich versüßt. "Herr Weis nimmt eine höhere Freiheitsstrafe in Kauf, um den Verbleib des Geldes nicht bekanntgeben zu müssen", sagte Henze zum Ende seines Plädoyers. Nach wie vor seien die veruntreuten Millionen nicht aufzufinden.

Die ausschlaggebende Figur in diesem Untreue-Verfahren war laut Henze aber der 50-Jährige. Dieser habe als Leiter der Hartgeldabteilung des ehemaligen Branchenführers immer wieder Geld für seinen kostspieligen Lebensstil unterschlagen. "Es war für ihn das Paradies. Das fehlende Kontrollsystem nutzte er von Anfang an aus", sagte Henze.

Als Weis hinter die Machenschaften des Mannes kam, habe er ihn aber nicht entlassen, sondern ihn seinerseits als "Geldquelle" genutzt. Beide Männer kauften teure Autos, luxuriöse Immobilien und wertvollen Schmuck. Insgesamt konnten die Ermittler den beiden Angeklagten einen Schaden von 12,9 Millionen Euro nachweisen.

Im Zuge der Heros-Pleite und der damit verschwundenen Millionenbeträge hat die Staatsanwaltschaft auch die Ehefrau von Karl-Heinz Weis wegen Geldwäsche angeklagt. Sie soll nach Bekanntwerden der Ermittlungen gegen Heros und ihren Ehemann mehr als 700 000 Euro von einem Schweizer Konto nach Deutschland transferiert haben. Wann der Prozess beginnt, ist aber noch unklar.

Das jetzige Verfahren wird am 29. September mit dem Plädoyer der Verteidigung von Weis fortgesetzt. Am 1. Oktober sollen dann die Anwälte des Mitangeklagten zu Wort kommen. Das Urteil wird am 24. Oktober erwartet.

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