Das lange Warten auf Bayerns teuren Werbe-Film

- München - Der Ärger rund um Bayerns großen Werbefilm reißt nicht ab. Nach Streit um die Vergabe, einem Nachspiel im Landtag und juristischen Reibereien reißt jetzt auch der Zeitplan. Der rund 300 000 Euro teure Film, der für den Standort werben soll, wird zu spät fertig.

<P>"Rechtzeitig vor dem Confederation Cup" solle der 20-minütige Streifen präsentiert werden, hatte Wirtschaftsminister Otto Wiesheu angekündigt. In den Ausschreibungsunterlagen steht sogar Mitte Mai. Das Fußballturnier wurde längst angepfiffen, vom Film keine Spur.<BR><BR>Auftragnehmer mbw verweist auf das Wirtschaftsministerium. Die Erstfassung habe man schon im Mai gesehen, sagt dort eine Sprecherin. Die endgültige Fertigstellung "steht unmittelbar bevor". Der Rohschnitt musste überarbeitet werden - der Qualität zuliebe.<BR><BR>Weiterhin gibt es um die Vergabe des Projekts Ärger. Eine Tochter des Wirtschaftsministeriums hatte die mbw, im Wesentlichen eine Tochter bayerischer Wirtschaftsverbände, beauftragt - obwohl die Jury zunächst einen anderen Anbieter bevorzugt hatte. Bei ihm gab es jedoch Bedenken wegen der Bildrechte. In einem siebenseitigen Schreiben legte ein Mitbewerber nun Einspruch ein.<BR><BR>Viel Freude hatte der Vergabe-Sieger mbw mit dem Film ohnehin nicht. Dass ausgerechnet eine Verbandstochter anderen Unternehmen dicke Aufträge wegschnappt, sorgte hinter den Kulissen für Gerumpel.<BR><BR>Nach Informationen unserer Zeitung hat das Konsequenzen. Die Industrie- und Handelskammer, der Einzelhandels-Landesverband und die Handwerkskammer sind als Gesellschafter geschlossen ausgetreten. Offizielle Begründung: keine. Intern gibt es Unmut über das offensive Auftreten der (im Vorjahr fünfstellig defizitären) mbw am Markt. Das, so heißt es verschnupft, trage man keinesfalls mit.<BR><BR>"Wir bedauern das Ausscheiden dieser Gesellschafter", sagt mbw-Geschäftsführer Peter J. Thelen. Er habe jedoch Verständnis dafür: Die mbw-Dienstleistungen sollen sich künftig an den "Bedürfnissen der verbliebenen Gesellschafter ausrichten". Für heuer erwartet er ein ausgeglichenes Ergebnis.</P><P> </P>

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