Umfrage zeigt

Langzeitarbeitslose: Vorbehalte bei Firmen

Nürnberg - Jahrelang ohne Job - da kommt es schon vor, dass Unternehmer Bewerbern die Rote Karte zeigen. Andere Firmen haben dagegen mit Langzeitarbeitslosen durchaus gute Erfahrungen gemacht.

Langzeitarbeitslose stoßen nach Erkenntnissen von Arbeitsmarktforschern bei der Suche nach einem Job immer noch auf Vorbehalte. Nur jeder dritte Betrieb sei bereit, Männer und Frauen einzustellen, die länger als ein paar Monate arbeitslos waren, ergab eine am Freitag veröffentlichte Umfrage des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). 23 Prozent berücksichtigten in der Regel nur Jobsucher, die allenfalls wenige Monate keine Arbeit hatten. 16 Prozent der befragten Personalchefs lehnten die Anstellung von Erwerbslosen sogar grundsätzlich ab. Zehn Prozent hatten dazu keine Angaben gemacht.

Gute Chancen hätten Langzeitarbeitslose vor allem bei Firmen, die bereits über Erfahrung mit dieser Erwerbslosengruppe verfügten, stellten die Arbeitsmarktforscher fest. Von diesen sprechen sich lediglich zwölf Prozent generell gegen eine Beschäftigung von Erwerbslosen aus; bei Firmen, die keine Erfahrung mit Langzeitarbeitslosen haben, liege dieser Anteil dagegen knapp doppelt so hoch. Umgekehrt wollen 42 Prozent der Firmen, die bereits früher Langzeitzeitarbeitslose eingestellt hatten, dies auch in Zukunft tun. Bei Firmen ohne Erfahrung liegt der entsprechende Anteil der IAB-Umfrage zufolge lediglich bei 33 Prozent.

Top Ten der unbeliebten Berufe

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Auch neigen Betriebe, die früher schon einmal freie Stellen mit Langzeitarbeitslosen besetzt hatten, der Umfrage zufolge zu teils deutlich positiveren Urteilen über diese Erwerbslosengruppe als dies bei Firmen ohne entsprechende Erfahrung der Fall ist. So halten 51 Prozent der Firmen mit Langzeitarbeitslosen im Betrieb diese Beschäftigtengruppe für „sehr gut“ oder „gut“ motiviert, 31 Prozent für sehr belastbar, 34 Prozent für fachlich qualifiziert, 48 Prozent für ausgesprochen zuverlässig. Die Urteile von Firmen ohne Erfahrung mit Langzeitarbeitslosen fallen dagegen deutlicher negativer aus.

Die unterschiedlichen Bewertungen könnten nach Einschätzung der Arbeitsmarktforscher auf „Informationsdefizite“ mancher Unternehmen hindeuten. Allerdings könne es auch andere Gründe gebe, dass Unternehmen Bewerber aus einer ungekündigten Position oder nach nur kurzer Arbeitslosigkeit Langzeitarbeitslosen vorzögen. Um die Chancen von Langzeitarbeitslosen zu verbessern, sprechen sich die Forscher für eine bessere Betreuung dieser Gruppe aus. Das für Hartz IV zuständige Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, Heinrich Alt, appellierte am Donnerstag an Unternehmen, „ihre Bedenken beiseitezuschieben und Langzeitarbeitslosen eine Chance zu geben.“ Viele von ihnen verdienten eine zweite Chance.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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