LANXESS baut 960 Stellen ab

- Leverkusen - Mit tiefen Personaleinschnitten und einem Solidarpakt der gesamten Belegschaft will der Chemiekonzern LANXESS zwei verlustreiche Geschäftsbereiche wieder auf die Füße stellen. Vorstand und Betriebsrat verständigten sich am Freitag auf einen Abbau von 960 Stellen in Deutschland. Die betroffenen Arbeitsplätze sollen sozialverträglich unter anderem über Ruhestand und natürliche Fluktuation wegfallen. Ursprünglich galten 1200 Arbeitsplätze als gefährdet.

<P>"Für die größten Verlustbringer im Konzern ist eine zukunftsfähige Lösung gefunden worden", begrüßte Vorstandschef Axel Heitmann den mit den Arbeitnehmervertretern gefundenen Kompromiss. Damit will das Unternehmen ab 2008 jährlich ein Einsparvolumen von 100 Millionen Euro erreichen.<BR><BR>Für den Umbau hat LANXESS einmalig einen Aufwand von 150 Millionen Euro veranschlagt. Betroffen von den Maßnahmen sind die Bereiche Feinchemie (Fine Chemicals) und Kunstharze (Styrenic Resin), die Heitmann zufolge die größten Sorgenkinder des Chemieunternehmen waren. "Jetzt steigen wir sofort in die Neuausrichtung der Geschäfte ein". Ziel sei es, diese Geschäftsfelder international wettbewerbsfähig zu machen.<BR><BR>Auch der Bayer-Betriebsrat - bei LANXESS wird nach der Trennung von dem Chemie- und Pharmariesen Anfang dieses Jahres erst in den nächsten Tagen eine Arbeitnehmervertretung gewählt - begrüßte die erzielte Lösung. Über das Jahr 2007 hinaus seien Feinchemie und Kunstharze sowie die Beschäftigung gesichert, erklärte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Erhard Gipperich. Allerdings sei der Stellenabbau nicht zu vermeiden gewesen.<BR><BR>Die bei den Kunstharzen in Frage stehenden Standorte Dormagen und Tarragona (Spanien) bleiben erhalten, werden aber umgebaut. In der spanischen Stadt sollen künftig Spezialitäten hergestellt werden, während Dormagen exklusiv für Bayer MaterialScience hochwertige Produkte zuliefert. Zwei Drittel aller zu streichenden Arbeitsplätze entfalen auf Dormagen.<BR><BR>Ein weiterer Teil der Vereinbarung mit dem Betriebsrat sieht einen Solidarbeitrag aller LANXESS-Mitarbeiter vor. Danach wird die Arbeitszeit für Tarifbeschäftigte auf 35 Wochenstunden reduziert bei einem Lohnverzicht von 6,7 Prozent, sagte Heitmann. Verringert würden darüber hinaus die Bonuszahlungen; das gelte auch für den Vorstand.</P>

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