Wer auf Last-Minute spekuliert, liegt dieses Jahr wohl daneben

- Für Billigbucher wird es in diesem Sommer schwieriger, ans Traumziel zu kommen. Die Nachfrage hat sich seit Weihnachten kräftig aufgeheizt, berichtet Habib Kandemir vom Münchner Tickethändler Travel Overland Flugreisen, und gleichzeitig seien die Linienflüge ausgedünnt und im Chartermarkt Flugzeuge weggefallen. Sein Rat ist, frühzeitiger als sonst zu buchen, denn sonst könne es passieren, dass im Juni ein Flug für August nicht mehr oder nur teuer zu kriegen sei.

<P>Auch Sylvia Heinzen von der DBA rät: "Je früher, desto besser." 2004 wird für Veranstalter und Reisebüros ein großes Jahr, sagt Kandemir auf der Grundlage der Travel-Overland-Buchungen voraus. Die Nachfrage habe sich besonders für Fernreisen aufgestaut. Wer wegen Terrorfurcht und SARS im vorigen Jahr seine Fernost-, Australien- oder USA-Reise aufgeschoben habe, hole sie jetzt nach. Mit dem Konkurs der Aero Lloyd sind über 20 Flugzeuge vom Markt verschwunden. Die Kapazitäten reichen im Charterbereich für die steigenden Buchungen aus, Überkapazitäten wie in den letzten Jahren gebe es nicht mehr. "Und bei wachsender Nachfrage steigen zwangsläufig die Preise."</P><P>In der Tat reagieren die Fluggesellschaften auf das kleinste Lüftchen eines Aufschwungs. Steigen die Buchungen, springen die Preise. Kandemir erläutert das an einem Beispiel: Wenn in einer Maschine mit 200 Plätzen 120 Sitze gebucht sind, dann wird der Preis für die letzten 80 Sessel heraufgesetzt. "Wer bei den ersten 120 ist, der kriegt einen günstigeren Tarif", sagt Kandemir. Wenn die hohen Tarife nicht ziehen, dann kann es zum Schluss bei Last-Minute doch noch günstiger gehen. Die Hoffnung ist in diesem Sommer nicht groß, weil sich mehr Bucher um weniger Plätze rangeln.</P><P>Griechenland besonders knapp und teuer</P><P>Nach Griechenland wird es besonders knapp und teuer: Wenn eine Insel nach dem Ausfall von Aero Lloyd nur noch von einer Gesellschaft angeflogen wird, kann sie die Preise bestimmen. Wer bei der DBA das 45-Euro-Schnäppchen für ein innerdeutsches Ziel und 55 Euro fürs Ausland (plus Steuern und Gebühren) machen will, muss genau zur Eröffnung der Buchungssaison ins Reisebüro oder ins Internet gehen. Wenn damit geworben wird, müssen 10 Prozent der Sitze zu diesem Eckpreis verkauft werden, aber nicht in jedem Flugzeug oder an jedem Tag.</P><P>Wenn die Routenplaner in der Kombination von Messen, spektakulären Veranstaltungen und Ferienbeginn oder -ende eine hohe Nachfrage erwarten, dann springt der Preis eben gleich auf 125 oder 175 Euro. "Wir sind in den letzten Jahren deutlich günstiger geworden", sagt Heinzen, "aber Sicherheit und Qualität haben ihren Preis und deshalb bleiben 2004 die Ticketpreise stabil."</P>

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