+
Niki Lauda hat den Zuschlag für die insolvente Niki-Airline bekommen. 

Nach 15 Stunden Beratung

Lauda erhält Zuschlag für insolvente Niki-Airline

Nach 15 Stunden war die Überraschung perfekt. Der österreichische Gläubigerausschuss ist einstimmig dafür, dass Ex-Rennfahrer Niki Lauda die Airline Niki bekommt. Die Belegschaft dürfte nicht jubeln.

Wien - Die insolvente Air-Berlin-Tochter Niki geht nach dem Willen des österreichischen Gläubigerausschusses in die Hände von Airline-Gründer Niki Lauda. Das habe der Ausschuss einstimmig beschlossen, teilten der deutsche Insolvenzverwalter Lucas Flöther und die österreichische Masseverwalterin Ulla Reisch am Dienstagmorgen in einer gemeinsamen Presseerklärung in Wien mit. 

„Es wird von einer kurzfristigen insolvenzrechtlichen Genehmigung der Transaktion in Österreich und in Deutschland ausgegangen“, hieß es. Der Ausschuss hatte rund 15 Stunden beraten.* Damit ist der im ersten Insolvenzverfahren in Deutschland angepeilte Deal mit dem britisch-spanischen IAG-Konzern hinfällig. 

Lauda war 2011 ausgestiegen

Details zum Angebot von Lauda wurden nicht mitgeteilt. Die IAG hatte mit ihrer Billigtochter Vueling für Niki 20 Millionen Euro und weitere 16,5 Millionen Euro als Massekredit zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes geboten. Auf Antrag des Fluggastportals Fairplane wurde aber in Österreich ein zweites Insolvenzverfahren am Landgericht Korneuburg eröffnet. Damit hatten Bieter erneut eine Chance, ein Angebot zu unterbreiten. 

Der 68-jährige Lauda, der die Airlinie 2003 gegründet hatte und 2011 ausgestiegen war, wollte nach eigenen Worten zusammen mit dem Reiseveranstalter Thomas Cook (Condor) bieten. Er hatte zuletzt betont, dass nur er dank eines Luftverkehrsbetreiberzeugnisses (AOC) seiner Fluggesellschaft Laudamotion in der Lage sei, die Fluglinie Niki wieder schnell in die Luft zu bringen. Die IAG-Tochter Vueling brauche dagegen ein neues Betreiberzeugnis, was mindestens drei Monate dauere, meinte Lauda. 

Lesen Sie auch: Unternehmer Lauda greift Lufthansa wegen Niki-Übernahme an*

Was passiert nun mit den Angestellten?

Die Entscheidung für Lauda dürfte bei den rund 1000 Niki-Beschäftigten nicht auf ungeteilte Zustimmung stoßen. Betriebsratschef Stefan Tankovits war im Vorfeld des Gläubigerausschusses davon ausgegangen, dass alle 220 Piloten in diesem Fall kündigen würden. Lauda genießt laut Tankovits nicht den besten Ruf als Arbeitgeber. Als er Chef der Airline war, seien die Piloten bei einer Personalleasing-Firma angestellt gewesen. 

dpa

merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Italien: Keine Änderung der Schuldenpläne
Wird Italien nach Griechenland der nächste große Krisenfall in der Eurozone? Nach der Vorlage der umstrittenen Pläne zur Neuverschuldung erhöht die Politik Roms die …
Italien: Keine Änderung der Schuldenpläne
Ionity-Chef: Bei Ladesäulen für E-Autos auf gutem Weg
Ohne Ladestruktur kein Durchbruch des Elektromotors: Beim Ausbau der notwendigen Infrastruktur mischen seit einem Jahr auch die großen Autohersteller mit. Der Chef ihres …
Ionity-Chef: Bei Ladesäulen für E-Autos auf gutem Weg
Deutsche Wirtschaft: Probleme mit Türkei "offen ansprechen"
Berlin/Ankara (dpa) - Vor der Türkei-Reise von Wirtschaftsminister Peter Altmaier in der kommenden Woche mahnen deutsche Unternehmen, die politischen Spannungen zwischen …
Deutsche Wirtschaft: Probleme mit Türkei "offen ansprechen"
Bei Abschaffung der Zeitumstellung: Das würde sich eine Mehrheit der Deutschen wünschen
Möglicherweise wird im nächsten Jahr die Zeitumstellung abgeschafft. Doch was kommt dann? Sommer- oder Winterzeit? Eine Umfrage zeigt nun, was die Mehrheit der Deutschen …
Bei Abschaffung der Zeitumstellung: Das würde sich eine Mehrheit der Deutschen wünschen

Kommentare