Lausige Zeiten nach den Ferien - Mittel gegen Kopfläuse im Test

Wenn Kinder in Kindergärten und Schulen wieder ihre Köpfe zusammenstecken, dann beginnt eine lausige Zeit. Nicht weil die Ferien zu Ende sind, sondern weil Kopfläuse dann Hochkonjunktur haben. Die Stiftung Warentest hat Läusemittel und -kämme getestet.

Ein Zeichen mangelhafter Hygiene ist der Läusebefall nicht. Auch bei sorgfältiger Körperpflege verbreiten sich die bis zu drei Millimeter großen Insekten rasant - ganze Klassen und Kindergartengruppen können betroffen sein. Deshalb ist es wichtig, schnell Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Mit gewöhnlichem Shampoo lassen sich die Parasiten nicht beseitigen, betont das Robert-Koch-Institut (RKI). Da müssen schärfere Geschütze her - aber nicht jedes Mittel hilft.

Auskämmen, ersticken, vergiften

Kopflausmittel sind Insektenvernichtungsmittel (Insektizide) oder Rezepturen, die Läusen die Atemwege verkleben und die Minivampire ersticken, schreibt Stiftung Warentest in der September-Ausgabe ihrer Zeitschrift "test". Als wirksam und bei richtiger Anwendung gut verträglich gilt das natürliche Pyrethrum, ein aus Chrysanthemen gewonnener Extrakt, der im "geeigneten" "Goldgeist forte" enthalten ist (siehe Tabelle). Ebenfalls "geeignet" ist das in "InfectoPedicul" enthaltene Insektizid Permethrin. Allerdings raten die Tester unbedingt dazu, sich strikt an die Anwendungshinweise zu halten, um allergische Reaktionen und Resistenzen zu vermeiden.

Die Wirksamkeit von Läuseerstickungsmitteln, die mit Kokosöl oder Dimeticon (ein Silikon) sowie Mischungen aus stark riechenden pflanzlichen Ölen arbeiten, schneiden im Vergleich weniger gut ab. "Kritisch zu sehen sind Sprays", schreiben die Tester weiter. Es bestehe das Risiko, den Wirkstoff als Sprühnebel einzuatmen, was unter anderem zu allergischen Reaktionen und Asthmaanfällen führen könne.

Trotz all dieser Mittel ist das regelmäßige Auskämmen der Haare, am besten im nassen Zustand und mit einem entsprechenden Läusekamm, notwendig. Nissen sitzen fest am Haar und Läuse, die während ihrer vierwöchigen Lebensdauer bis zu 140 Eier produzieren, verbergen sich in der Nähe der Kopfhaut. Mit langzinkigen Kämmen ließen sich im Test langes, lockiges und auch kurzes Haar gleichermaßen gut auskämmen. Große Griffe, lange breite Leisten können aber beim Kämmen in Problembereichen wie hinter den Ohren stören. Integrierte Lupen an den Kämmen verschmierten im Praxistest schnell und nützen wenig. Das RKI empfiehlt einen Zinkenabstand von 0,2 Millimeter und merkt an, dass das Auskämmen zeitaufwändig sei und viel Geduld erfordere.

Plastiktüte und Gefrierschrank

Eine Laus sticht in der Regel alle vier bis sechs Stunden zu, um Blut zu saugen, und stirbt nach spätestens 55 Stunden ohne Nahrung. Anders als ein Floh können diese Parasiten auch nicht springen, sodass der "Haar-zu-Haar-Kontakt" der häufigste Infektionsweg ist. Aber auch eine indirekte Übertragung etwa durch Mützen, Fahrradhelme, Haarbürsten oder Kopfkissen ist möglich.

Deshalb:

(Bett-) Wäsche bei 60 Grad waschen.Kleidung und Kuscheltiere für 24 Stunden bei mindestens minus 18 Grad in den Gefrierschrank oder für drei Tage in einem gut verschlossenen Plastikbeutel aufbewahren.Spangen, Kämme, Bürsten etc. mit heißer Seifenlösung reinigen.

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