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Will die US-Wirtschaft mit Strafzöllen auf Importe stärken: Donald Trump könnte sich auch der Autoindustrie annehmen.

Schaden würde Milliarden betragen

EU plant offenbar Gegenmaßnahmen im Falle von US-Zöllen auf Autos

Die EU rüstet sich dafür, dass die USA auch auf Autos Zölle erheben werden. In diesem Fall würden Gegenmaßnahmen umgesetzt, die die Vereinigten Staaten finanziell treffen würden.

Düsseldorf - Auf die USA könnten einem Medienbericht zufolge im Falle einer Einführung von Autozöllen und damit einer weiteren Eskalation der internationalen Handelsstreitigkeiten weltweit Gegenmaßnahmen auf US-Exporte im Wert von 294 Milliarden Dollar zukommen. Dies schreibe die EU-Kommission in ihrer Stellungnahme zu einer US-Untersuchung über die Einführung von Zöllen auf Autos, berichtete die Wirtschaftswoche am Freitag.

Die USA "würden das Risiko eingehen, dass rund 20 Prozent der Exporte von Gegenmaßnahmen betroffen wären", heißt es demnach in dem Papier. Die EU-Kommission wollte sich dazu auf Anfrage am Freitag zunächst nicht äußern.

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Auch ohne Gegenmaßnahmen droht erheblicher Schaden 

Wie die Wirtschaftswoche weiter berichtete, würden Pkw-Zölle nach Berechnungen der EU-Kommission die US-Wirtschaft selbst ohne Gegenmaßnahmen schwer belasten. Der Schaden für das US-Bruttoinlandsprodukt könne sich auf 13 bis 14 Milliarden Dollar belaufen.

Die EU-Kommission hebt dem Bericht zufolge hervor, dass europäische Autohersteller Jobs in den USA schaffen. 120.000 Arbeitsplätze existierten direkt in ihren Werken vor Ort. 420.000 weitere Jobs gebe es in der Wertschöpfungskette, etwa bei Auto- und Ersatzteilhändlern.

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Autozölle würden besonders deutsche Hersteller treffen

Bislang haben die Europäer als Reaktion auf die US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium Gegenmaßnahmen für US-Produkte im Wert von 2,8 Milliarden Dollar beschlossen. Autozölle, die US-Präsident Donald Trump zuletzt erneut angedroht hatte, würden besonders die deutschen Hersteller hart treffen. Deutschland exportierte im vergangenen Jahr Pkw im Wert von knapp 22 Milliarden Euro in die USA. Nach Angaben der europäischen Statistikbehörde Eurostat entspricht das mehr als der Hälfte aller Autoexporte der EU in die USA.

In den USA findet laut Wirtschaftswoche am 20. und 21. Juli im US-Handelsministerium eine öffentliche Anhörung zur Untersuchung über die Einführung von Auto-Zöllen statt. US-Autohersteller haben sich demnach gegen die Abgaben positioniert. US-Gewerkschaften hätten sich zudem bisher nicht für Zölle ausgesprochen, berichtete das Magazin weiter.

afp

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