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Erstmals gibt es für Lebensmittel eine Ampel-Kennzeichnung in Deutschland.

Lebensmittel: Erstmals Ampel-Kennzeichnung in Deutschland

Berlin - Verbraucher in Deutschland können die umstrittene Ampel-Kennzeichnung von Lebensmitteln im Sommer erstmals beim Einkauf im Supermarkt testen.

Als erster deutscher Hersteller kündigte der Tiefkühlproduzent Frosta am Mittwoch an, die Ampelfarben bei vier Produkten einzuführen, um Verbraucher schneller über den Gehalt von Fett, Zucker und Salz zu informieren.

Der AOK-Bundesverband, die Verbraucherzentralen, die Verbraucherorganisation Foodwatch und die SPD -Bundestagsfraktion forderten eine Pflichtkennzeichnung mit der Ampel. Damit steigt der Druck auf Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner ( CSU ). Die Wirtschaft lehnt die Ampelfarben auf Verpackungen strikt ab.

Die Farben rot, gelb und grün stehen dabei für einen hohen, mittleren oder niedrigen Anteil an Zucker, Salz oder Fett. “Wir brauchen eine Kennzeichnung, die insbesondere auch für Familien eine schnelle Orientierung liefert“, sagte der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Gerd Billen.

Frosta-Vorstand Felix Ahlers sagte, es gehe darum, den Verbraucherwunsch zu erfüllen. Zunächst sollten auf vier von rund 50 Produkten die Nährwerte in Ampelfarben erscheinen. Wenn es aber ein Alleingang sei und es keine gesetzliche Regelung gebe, werde Frosta nach einigen Monaten prüfen, diese Kennzeichnung wieder abzuschaffen.

Die Verbraucherpolitiker der SPD -Fraktion erklärten, Aigner müsse das Ampel-System in Europa voranbringen. Die AOK will stärker gegen Übergewicht vorgehen. AOK-Vorstandsvize Jürgen Graalmann sagte, nach Schätzungen verursachten ernährungsbedingte Krankheiten Kosten von bis zu 70 Milliarden Euro im Jahr .

Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode sagte: “Die Ampel ist (...) leicht verständlich, sie soll nicht in gut und böse einteilen.“ Die Wirtschaft warnte vor Schwarz-Weiß-Malerei. “Eine gute Ernährung bedeutet immer eine Zusammenstellung verschiedenster Lebensmittel“, teilte der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde mit.

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels kritisierte, die Ampel-Kennzeichnung sei nicht objektiv. Aigner sagte einen Runden Tisch mit Wirtschaft und Verbänden für diesen Donnerstag Rund zwei Drittel der Bundesbürger sind nach einer Emnid-Umfrage im Auftrag von Foodwatch für eine farbliche Kennzeichnung.

In Großbritannien nutzen Hersteller und Händler das Ampel-System freiwillig. Mehr als 80 Prozent der Lebensmittel in Deutschland zeigen nach Einschätzung der Lebensmittelwirtschaft die Nährwertangaben pro Portion und in Bezug auf die Tagesmenge. Das EU- Parlament hatte eine Regelung verschoben.

dpa

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