Kommentar von Carina Zimniok

Lebensmittel-Wegwerfverbot für Supermärkte? Etwas muss passieren

  • schließen

Viele Lebensmittel landen im Müll, obwohl sie noch gut wären. Frankreich will ein Wegwerfverbot im Handel nun auch per Gesetz durchsetzen - ein Vorbild für Deutschland? Ein Kommentar.

Es ist eine unfassbare Zahl. Elf Millionen Tonnen Lebensmittel landen jedes Jahr in deutschen Mülltonnen. Das löst ethisches Schaudern aus. 925 Millionen Menschen weltweit leiden an Hunger und Unterernährung. Und das ist auch ein ökologisches Problem: Hinter jedem Apfel, jeder Packung Müsli steckt ein enormer Aufwand, der unsere Umwelt belastet – Flächen werden verbraucht, Wasser, Energie, dann noch der Transport. Die größten Wegwerfer sind die Privathaushalte; 550.000 Tonnen schmeißt der Handel auf den Müll.

Frankreich hat seinen Supermärkten nun ein Wegwerfverbot aufgebrummt. Bei Verstoß – Geldstrafe. In Deutschland braucht es kein solches Gesetz, sagt das Ernährungsministerium – die meisten Märkte würden freiwillig spenden. Das klingt zu einfach. Und das klingt schwer nach guter Lobbyarbeit des Handels.

Irgendwo müssen die 550.000 Tonnen ja herkommen. Klar: Der Handel bleibt auch deshalb auf den Lebensmitteln sitzen, weil er für die anspruchsvollen Kunden ständig jedes Produkt auf Vorrat hat. Der Staat kann an die Bürger nur appellieren, klüger einzukaufen und weniger wegzuwerfen. Den Handel sollte er in die Pflicht nehmen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Nachfrage nach E-Autos überraschend hoch - lange Lieferzeiten 
Wer sich angesichts der Debatte um Umweltbelastung und drohende Fahrverbote für ein Elektroauto entscheidet, muss sich - das ökologische Bewusstsein in allen Ehren - auf …
Nachfrage nach E-Autos überraschend hoch - lange Lieferzeiten 
China droht mit scharfen Reaktionen auf mögliche US-Strafzölle
China hat den USA wegen der geplanten Einfuhrbeschränkungen für Stahl und Aluminium mit scharfen Reaktionen gedroht.
China droht mit scharfen Reaktionen auf mögliche US-Strafzölle
USA planen Strafzölle auf Stahl - Deutsche Wirtschaft reagiert bestürzt
Experten entlarvten Donald Trumps „freundliche Pose“ beim Weltwirtschaftsgipfel als reinen Marketing-Gag. Vor allem deutsche Wirtschaftsvertreter warnen vor den …
USA planen Strafzölle auf Stahl - Deutsche Wirtschaft reagiert bestürzt
Städtetag erwartet Fahrverbote für Dieselfahrzeuge
Der Deutsche Städtetag rechnet damit, dass die hohe Belastung durch Stickoxide zu Fahrverboten für Dieselfahrzeuge in Städten führen wird.
Städtetag erwartet Fahrverbote für Dieselfahrzeuge

Kommentare