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Welche digitalen Technologien sich im Supermarkt der Zukunft durchsetzen, hängt nicht zuletzt von den Kunden ab. Vom Online-Lebensmittelkauf haben sie sich jedenfalls noch nicht begeistern lassen.

Auch „Click & Collect“ ist ein Trend

Klassische Preisschilder verschwinden: Wie die Bayern in Zukunft einkaufen werden

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Wie sieht der Supermarkt der Zukunft aus? Das fragen sich die Einzelhändler in Bayern. Denn der Kunde ist nicht leicht zu durchschauen. Die hochfliegenden Pläne zum Online-Einkauf von Lebensmitteln haben sich nicht erfüllt.

München – Eigentlich sollten nach Prognosen im Jahr 2020 zehn Prozent aller Lebensmittel nicht mehr im Geschäft, sondern online gekauft werden. Heute, nur zwei Jahre vorher, „sind wir davon meilenweit entfernt“, muss der Vizepräsident des Handelsverbandes Bayern (HBE), Matthias Zwingel, einräumen. Gerade einmal 1,2 Prozent der Lebensmitteleinkäufe werden via Internetbestellung abgewickelt, der Markteintritt des US-Riesen Amazon hat daran nichts geändert. Offenbar nehmen die Bayern ihr Obst und ihre Semmeln doch lieber selbst und vor Ort in Augenschein, bevor sie sie kaufen. Viele bezweifeln die Frische und Qualität der Waren. Außerdem schrecken offenbar die Versandkosten die Kunden ab, vermutet Zwingel, der selbst mehrere Rewe-Märkte betreibt.

Auch der Handel hat die logistischen Herausforderungen beim Versand von verderblichen Waren womöglich unterschätzt. „Mal eben ein Paket mit frischem Fisch beim Nachbarn abgeben oder einfach vor die Haustür stellen, ist kaum möglich“, so der HBE-Vize. Noch immer gilt: „Das stationäre Geschäft schreibt die schwarzen Zahlen.“

Trotz aller Unwägbarkeiten wagt der Handelsverband noch einmal einen Blick in die Zukunft. Wie kaufen die Bayern 2025 ein? Das sind die Trends, die die Handelsexperten erwarten:

Bio und regionale Produkt e bleiben auf dem Vormarsch, ebenso vegetarische und vegane Erzeugnisse. Außerdem scheinen Nahrungsmittel für die diversen Unverträglichkeiten keine Modeerscheinung zu sein.

Statt großflächiger Supermärkte bevorzugt vor allem der großstädtische Kunde künftig kleinere und flexiblere Einheiten mit Frische- und Convenience-Produkten für den Außer-Haus-Verzehr – am besten immer und überall.

Weiter im Trend: Click & Collect: Der Kunde bestellt die Ware im Internet und holt sie selbst im Laden ab. Dabei gibt es Geschäfte, die für diese Kunden bereits Extra-Eingänge schaffen, um die Abwicklung zu beschleunigen.

Der elektronische Verkäufer ist auf dem Vormarsch. Also: Service-Roboter, wie sie testweise schon bei der Elektromarkt-Kette Conrad, bei Media Markt oder bei Edeka eingesetzt werden, aber auch simplere Tablets mit Produktinformationen.

Service-Roboter werden schon heute in Geschäften getestet.

Produktinformationen gibt es künftig auch verstärkt mittels QR-Code. Wird dieser per Smartphone gescannt, kann der Kunde sofort Herkunftsort und Erzeuger von Bananen und Flugmangos erkennen.

Die klassischen Preisschilder an den Supermarktregalen dürften verschwinden und durch digitale Anzeigen ersetzt werden. Diese Schilder können nicht nur Preise anzeigen, sondern auch Produktinfomationen. Dass sich die Preise im Lauf eines Tages ändern, also zum Beispiel kurz vor einer Fußballübertragung das Bier teurer wird, glaubt Zwingel nicht. Im Gegenteil würden solche flexiblen Anzeigen eher dazu genutzt werden, schnell auf Preissenkungen, etwa durch die Konkurrenz aus dem Internet, reagieren zu können.

Bezahlt werden Lebensmittel künftig weiterhin gern mit Bargeld oder Karte, aber auch mobiles Bezahlen per Smartphone oder personalisierter Erkennung per App gewinnt an Bedeutung.

Jedenfalls soll es in den Kassenzonen der Zukunft keine Kassierer, Kassiererinnen und Warteschlangen mehr geben. Die Kunden bezahlen beim Verlassen des Marktes per App, Kameras identifizieren die Produkte, die vom Kunden eingepackt werden. Amazon erprobt ein solches Konzept gerade in Seattle.

Ob das alles bis 2025 auch eintrifft? „Der Kunde stimmt mit seinem Einkaufsverhalten ab, welche Technologie sich am Markt behaupten wird“, sagt Zwingel vorsichtig.

Handel in Zahlen:

Bayerns Lebensmitteleinzelhändler haben im vergangenen Jahr 28,4 Milliarden Euro umgesetzt, das entspricht einem Plus von 3,8 Prozent. Noch stärker stieg die Nachfrage nach Bioprodukten – und zwar in Supermärkten, Discountern und im Biofachhandel wie etwa den Basic-Märkten. Um sechs Prozent auf 1,4 Milliarden Euro erhöhte sich der Umsatz hier. Damit ist der Anteil von Bioprodukten in Bayern am gesamten Umsatz des Lebensmitteleinzelhandels auf 4,9 Prozent gestiegen.

Lesen Sie auch: Planen Aldi Süd und Aldi Nord den Mega-Coup? Experte erklärt was dahinter steckt

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