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Supermarktkunden mussten 2016 mehr Geld für Nahrungsmittel zahlen.

Erklärung vor der Grünen Woche

Lebensmittelpreise steigen überdurchschnittlich

Berlin/Wiesbaden - Jahr für Jahr wird der Einkauf teurer, wenn auch das Plus wieder unter einem Prozent liegt. Vor der Grünen Woche betonen die Bauern: Sie brauchen höhere Preise - für mehr Tierwohl.

Supermarktkunden mussten auch 2016 mehr Geld für Nahrungsmittel ausgeben. Die Preise stiegen gemessen am Vorjahr um 0,8 Prozent und lagen damit wieder über der allgemeinen Teuerungsrate von 0,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Am stärksten verteuerten sich Gemüse, Obst und Fisch. Die Mehrheit der Lebensmittelproduzenten geht davon aus, dass in diesem Jahr die Verkaufspreise in etwa gleich bleiben, wie Christoph Minhoff, der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, in Berlin sagte.

„Der Wettbewerb bleibt hart“, erläuterte Minhoff vor der Agrarmesse Grüne Woche, die am Donnerstagabend eröffnet wird. Trotz steigender Kosten könnten Produzenten deshalb nur bedingt höhere Preise beim Handel durchsetzen. „Die Verbraucher erwarten von Lebensmitteln mehr Qualität und mehr Nachhaltigkeit - aber zum gleichen Preis.“

Bauern verhalten optimistisch

Nach zwei Krisenjahren mit geschrumpften Gewinnen kommen die Bauern wieder zuversichtlicher nach Berlin. „Man ist wieder verhalten optimistisch, weiß aber, dass die Talsohle noch nicht ganz durchschritten ist“, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied. Positiv wirke, dass der Milchpreis gestiegen sei und auch die Schweinepreise trotz starker Schwankungen nicht mehr auf dem Tiefstand verharrten. Die Getreidepreise dümpelten indes weiter. Im vergangenen Jahr hatten lediglich die Bio-Bauern ihre Einkommen verbessert.

Auch die Ernährungsindustrie äußerte sich verhalten optimistisch. Sie geht davon aus, dass der Branchenumsatz im vergangenen Jahr um zwei Prozent auf 172 Milliarden Euro wuchs. Mit 56,6 Milliarden Euro entfalle knapp ein Drittel davon auf den Export. Die Grüne Woche wird am Donnerstagabend offiziell eröffnet und steht Besuchern dann von Freitag an offen. 1650 Aussteller aus 66 Ländern zeigen ihre Produkte aus Landwirtschaft, Ernährungswirtschaft und Gartenbau. Bis zum 29. Januar werden rund 400 000 Besucher erwartet.

Nachhaltige Produkte durch höhere Preise honorieren

Bundesagrarminister Christian Schmidt rief zu einer sachlichen Diskussion über die Zukunft der Lebensmittelproduktion auf. „Die deutsche Landwirtschaft kann langfristig nur dann erfolgreich sein, wenn sie von einer breiten gesellschaftlichen Akzeptanz getragen ist“, sagte der CSU-Politiker. „Statt übereinander zu urteilen müssen wir miteinander reden.“ Dabei gehe es auch um wirtschaftlich tragfähige Lösungen. Schmidt wollte darüber auch mit Vertretern zweier für diesen Samstag geplanten Demonstrationen sprechen.

Rukwied versprach, die Bauern wollten das Tierwohl stärken und etwa Milchkühen eine längere Lebensdauer gewähren und kaum noch trächtige Rinder schlachten lassen. Verbraucher müssten eine nachhaltige Produktion aber durch höhere Preise honorieren.

Die Verbraucherzentralen forderten am Mittwoch strengere Vorgaben für das Geschäft mit Nahrungsergänzungsmitteln wie Magnesiumkapseln und Vitaminen. „Häufig sind solche Produkte Geldverschwendung, manchmal sogar gesundheitsgefährdend“, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller. Nötig seien unter anderem eine Zulassungspflicht und klare Regeln für sinnvolle Dosierungen.

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