Lebensversicherung: Verkauf statt Kündigung kann lohnen

- Weil sie die Beiträge nicht mehr aufbringen können, steigen Kunden von Lebensversicherungen immer häufiger vorzeitig aus ihrem Vertrag aus.Monatlich kündigen mittlerweile rund 100 000 Bundesbürger ihre Versicherung, berichtet der Bund der Versicherten (BdV). Laut BdV werden mehr als 50 Prozent der Versicherungen vorzeitig gekündigt, allein 2003 wurden für vorzeitig zurückgegebene Policen 12,4 Milliarden Euro ausgezahlt.

<P>Die Kündigung geht allerdings mit hohen Stornokosten einher, deshalb verkaufen viele Versicherte ihre Police weiter.</P><P>Verkauf an Spezialisten</P><P>Einige Gesellschaften wie Agis, BCnet, cash.life, Life Bond und Partner in Life Barwert haben sich auf den Kauf spezialisiert. <BR>Sie werben damit, deutlich mehr zu zahlen als die Versicherungen, in der Regel liegt ihr Angebot zwischen drei und sieben Prozent über dem Rückkaufsangebot der Versicherer.</P><P>Steuervorteile nutzen</P><P>Hinzu kommt meist ein beträchtlicher Steuervorteil, da die Aufkäufer den Vertrag weiterführen: Wenn die Laufzeit einer Lebensversicherung weniger als zwölf Jahre beträgt, fällt bei einer Kündigung Kapitalertragssteuer an, beim Verkauf jedoch nicht.</P><P>Nach dem Verkauf bleibt die Versicherung bestehen, und auch die Versicherungsleistung im Todesfall wird abzüglich des Kaufpreises, gezahlter Prämien und Verwaltungskosten an die Hinterbliebenen ausgezahlt.</P><P>Rückkaufswert wichtig</P><P>Allerdings wird längst nicht jede Police genommen, einige Versicherer werden von den Aufkäufern verschmäht. Zudem setzen alle bestimmte Mindestrückkaufswerte und Restlaufzeiten voraus: So muss der Rückkaufswert beispielsweise bei Partner in Life mindestens 15 000 Euro betragen und ein Drittel der Gesamtlaufzeit des Vertrages bereits verstrichen sein.</P><P>Anbieter prüfen</P><P>"Der Verkauf ist angesichts der horrenden Stornokosten der Versicherer auf jeden Fall die bessere Wahl", sagt BdV-Geschäftsführerin Lilo Blunck.</P><P>Allerdings sollten Interessenten auf die Vertragsbedingungen achten, denn am Markt seien auch unseriöse Aufkäufer aktiv. Grundsätzlich sollte der Verkauf nur über das Treuhandkonto eines Notars oder einer Bank abgewickelt werden und die Kunden darauf bestehen, dass eine Verzinsung des Kaufpreises ab Übernahmedatum der Police erfolgt.<BR>Da die Versicherungen die Bestätigung der Abtretung oft nicht rechtzeitig vorlegten, bekämen die Kunden ihr Geld vielfach erst sehr viel später, erläutert Blunck.</P><P>Verkauf nur im Notfall</P><P>Die Stiftung Warentest rät, Lebensversicherungen nur im Notfall zu verkaufen. "Der Kunde macht auf jeden Fall ein Minusgeschäft", sagt Thomas Dambier vom Magazin "Finanztest". Vor allem bei kurzen Restlaufzeiten sollte eine Stornierung oder der Verkauf gut überlegt sein, denn hier drohten dem Kunden wegen der aufgelaufenen Ansprüche die höchsten Einbußen.<BR></P>

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