+
Eine Fahne der Gewerkschaft IG Metall weht vor dem Augsburger Werk des Lampenherstellers Ledvance. Foto: Stefan Puchner/Illustration

Nach Tarifabschluss

Ledvance tritt aus Arbeitgeberverband aus

Für die Mitarbeiter des Leuchtmittelherstellers Ledvance nehmen die schlechten Nachrichten kein Ende. Der neue Metalltarifvertrag gilt für sie nicht. Das Unternehmen macht ihnen dennoch Hoffnung.

München (dpa) - Nach dem Pilottarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie ist der angeschlagene Leuchtmittelhersteller Ledvance mit sofortiger Wirkung aus dem Arbeitgeberverband ausgetreten.

An diesem Freitag wurden die Mitarbeiter über den Schritt informiert. Es sei ein vorläufiger Schritt, der zur Verbesserung der Finanzsituation beitragen solle, teilte Ledvance anschließend mit. Das Unternehmen wolle der Belegschaft aber auch künftig Einkommenssteigerungen ermöglichen und strebe zeitnah eine entsprechende Regelung an, teilte ein Sprecher der Zentrale in Garching bei München mit.

Die Unternehmensbeauftragte der IG Metall, Angela Steinecker, bezeichnete den Schritt der Unternehmensleitung als "Schlag ins Gesicht" der Mitarbeiter. "Die Beschäftigten an den Standorten sind enttäuscht und fassungslos."

Erst am Donnerstag hatten die bayerischen Tarifparteien den zuvor in Baden-Württemberg ausgehandelten Pilotabschluss übernommen. Damit erhalten die tarifgebundenen Metallarbeiter unter anderem ab April 4,3 Prozent mehr Geld und nächstes Jahr Zusatzzahlungen. Für die Ledvance-Beschäftigten gilt nun zunächst einmal der alte Tarifvertrag weiter. Die Gewerkschaft hofft auf ein Umdenken und eine Rückkehr des Unternehmens in den Verband.

Ledvance hatte angekündigt, den größten deutschen Standort in Augsburg sowie das Werk in Berlin schließen zu wollen. In weiteren Fabriken ist ein Personalabbau geplant. Insgesamt würden damit rund 1400 von etwa 2300 Mitarbeitern in Deutschland ihren Job verlieren.

Der neue Ledvance-Geschäftsführer Jacob Tarn, der seit 1. Februar im Amt ist, betonte am Freitag nochmals, dass an den Schließungsplänen festgehalten werde. Ledvance hat insbesondere damit zu kämpfen, dass das Unternehmen noch viel herkömmliche Produkte wie Leuchtstoffröhren anbietet und am Markt fast nur noch moderne Leuchtdioden (LED) gefragt sind.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Verdi streikt zum Primeday bei Amazon
Berlin/Bad Hersfeld (dpa) - Auch im sechsten Jahr des Arbeitskampfes beim Versandriesen Amazon nutzt die Gewerkschaft Verdi dessen werbeträchtigen Sonderverkaufstag für …
Verdi streikt zum Primeday bei Amazon
Lotsen kritisieren Airlines und Flugsicherung
Frankfurt/Main (dpa) - Die deutschen Fluglotsen wollen nicht für die zahlreichen Verspätungen und Flugausfälle in diesem Sommer verantwortlich gemacht werden.
Lotsen kritisieren Airlines und Flugsicherung
Dax-Anleger warten auf Ergebnisse des Trump-Putin-Gipfels
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax ist ohne große Bewegung in die neue Woche gestartet. Der deutsche Leitindex pendelte um seinen Schlusskurs vom Freitag und lag zuletzt …
Dax-Anleger warten auf Ergebnisse des Trump-Putin-Gipfels
Nichts mit schneller Lieferung? Bei Amazon wird am „Prime Day“ gestreikt
Beim „Prime Day“ will Amazon treue Kunden mit Rabatten bombardieren. Bei der Lieferung könnte es aber haken: An sechs deutschen Amazon-Standorten wird gestreikt.
Nichts mit schneller Lieferung? Bei Amazon wird am „Prime Day“ gestreikt

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.