Der legale Klick zur Musik

München - Was ist erlaubt? Was ist verboten? Seit 1. Januar gilt das neue Urheberrecht. Wer selbst Musik und Filme aus dem Netz herunterlädt, muss neue Richtlinien befolgen.

Am 1. Januar ist das neue Urheberrecht in Kraft getreten. Jetzt gelten neue Regeln für das Tauschen und Kopieren von Filmen und Musik. "Bei illegalen Downloads im Internet hat sich die Rechtslage verschärft", sagt Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Hightech-Verbandes Bitkom. Der Gesetzgeber hat klargestellt, dass offensichtlich rechtswidrige Angebote im Internet nicht heruntergeladen werden dürfen. Das bisherige Urheberrecht war hier nicht eindeutig.

Kopien

Es ist erlaubt, Familienmitgliedern und Freunden einen Musik-Mix zu brennen oder eine Sicherungskopie anzufertigen. Allerdings ist nur eine geringe Anzahl von Kopien für den Eigenbedarf zulässig ­ vor Jahren laut Rechtsprechung maximal sieben. Wichtig ist, dass man über die Originale verfügt. Erlaubt ist auch, Original-CDs eines guten Freundes zu brennen.

Kopierschutz

Wenn Originale einen Kopierschutz haben, dürfen sie nur analog kopiert werden -­ zum Beispiel von der CD auf eine Kassette. Der Inhalt darf nicht auf eine andere CD gebrannt werden. Ein übliches PC-Brennprogramm erkennt den Kopierschutz und weist den Benutzer darauf hin. Wer versucht, die Sperre zu umgehen, macht sich strafbar. Es drohen Geldstrafen, bei gewerbsmäßigem Handel mit Raubkopien sogar Haftstrafen von bis zu fünf Jahren.

Urlaubs-Schnäppchen

Angebote bei CDs und DVDs sind im Urlaub meist kostengünstig. Vorsicht ist geboten: Es kann sich um professionelle, täuschend echt wirkende Raubkopien handeln. Der Zoll kann sie ersatzlos beschlagnahmen. Wer sehr viele dieser CDs und DVDs im Gepäck hat, steht schnell im Verdacht, damit gewerblich zu handeln.

Vorlagen

Wer eine offensichtlich unrechtmäßige Kopie weiter vervielfältigt, macht sich strafbar. Das gilt zum Beispiel für Kopien von kopiergeschützten Original-CDs. Gebrannte Spielfilme sollten immer misstrauisch machen ­ nahezu alle DVDs enthalten einen Kopierschutz. Bei Filmen, die für die Kinos angekündigt sind, ist die Legalität zweifelhaft.

Illegale Downloads

Erkennbar rechtswidrige Angebote im Internet dürfen nicht heruntergeladen werden. Vorsicht bei kostenlosen Film- und Song-Angeboten aus zweifelhaften Quellen. Besser genau prüfen, ob sie urheberrechtlich geschützt sind.

Online-Tauschbörsen

Um solche Börsen zu nutzen, muss man meist Teile der eigenen Festplatte für andere Nutzer zugänglich machen. Wer die Anweisungen nicht richtig liest und den falschen Klick macht, öffnet eventuell unbewusst sein Musik-Archiv. Damit werden schnell urheberrechtlich geschützte Werke öffentlich zugänglich gemacht ­ und das ist strafbar.

Andere Datenträger

Es gibt viele Angebote, um Musik legal herunterzuladen. Die Titel können auf dem PC gespeichert werden. Komplizierter wird es, wenn die Musik auf andere Datenträger überspielt werden soll: Zwar dürfen die Titel auf eine CD gebrannt werden. Es ist nach den Nutzungsbedingungen oft untersagt, sie auf weitere CDs zu brennen oder auf MP3-Player zu überspielen.

Private Internetseiten

Auch für private Internet-Seiten gilt das Urheberrecht. Soll der selbst gedrehte Urlaubsfilm mit Musik untermalt werden, ist Vorsicht geboten. Wer darauf nicht verzichten will, muss sich an die Gema wenden und Rechte erwerben. Das gilt auch für selbst produzierte Radiosendungen im Netz. Bei Bildern muss man sich ebenfalls daran halten ­ selbst wenn sie von einer anderen Webseite kopiert und auf der eigenen eingefügt werden können. Aufgepasst auch bei Landkartenausschnitten: Wer den Weg zu einer Party aufzeigen will, sollte selbst eine Skizze anfertigen. Schließlich haben auch die Kartenverlage geschützte Rechte an ihren Produkten.

PC-Software

Das Kopieren kommerzieller Computerprogramme für den Privatgebrauch ist untersagt. Kopien sind allenfalls erlaubt, wenn sie für die bestimmungsgemäße Nutzung der Software benötigt werden oder wenn Sicherungskopien erforderlich sind.

Legale Downloads

Seiten, von denen Musik legal heruntergeladen werden kann, sind teilweise kostenlos (siehe Zusatz). Internet-Seiten wie beispielsweise www.iTunes.de, www.musicload.de, www.napster.de und www.aol.de verlangen pro Lied zwischen 0,79 Cent und 1,49 Euro. Es können auch komplette Alben heruntergeladen werden.

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