Legoland kämpft ums Überleben

- Günzburg - Nach goldenen Jahrzehnten dank der genialen Bauklotz-Idee eines dänischen Tischlers muss der Spielwarenkonzern Lego um sein Überleben kämpfen. Weil Kinder weltweit immer weniger herkömmlich spielen und mehr vor Computern sitzen, aber auch wegen hoher Verluste bei "Legoland Deutschland" im bayerischen Günzburg läuten in der Zentrale in der dänischen Kleinstadt Billund die Alarmglocken.

<P>"Unser neuer Plan wird entscheiden, ob Lego als selbständiges Unternehmen überlebt", sagte der der 35-jährige Konzernchef Jørgen Vig Knudstorp. 1,5 bis 2 Milliarden Kronen (200 bis 270 Mio. Euro) Verlust erwartet der Konzern bei einem Umsatz von 8 Milliarden Kronen in diesem Jahr. 2002 hatte Lego weltweit noch über 11 Milliarden Kronen umgesetzt. Lego ist der viertgrößte Spielzeughersteller der Welt. Dass auch der Marktführer Mattel und die anderen Konkurrenten schrumpfende Umsätze wegen veränderten Spielverhaltens beklagen, will Knudstorp als Trost nicht gelten lassen. </P><P>"Lego ist bisher sowohl gegenüber den Kunden wie den Mitarbeitern arrogant gewesen", meint der junge neue Chef. Er sagt den nach 1000 Stellenstreichungen in diesem Jahr noch 8000 Beschäftigten harte Zeiten voraus. Die bisher vor allem im Stammland sowie in der Schweiz, den USA und Tschechien angesiedelte Produktion soll nun massiv nach China verlagert werden.</P><P>Die Freizeitparks werden aus dem Konzern ausgegliedert und zunächst von der Familie Kristiansen in einem eigenen Unternehmen betrieben. Langfristig solle die wenig erfolgreiche Investition in Günzburg ganz oder wenigstens teilweise in den Händen interessierter Käufer landen. Mit jährlich 1,3 Millionen Besuchern im bayerischen Legoland habe Günzburg so viele Touristen wie das Märchenschloss Neuschwanstein, gab sich ein Sprecher der Stadt Günzburg zuversichtlich, dass sich trotz der Verkaufsabsichten nichts ändert.<BR><BR></P>

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