Eon legt Kalkulation der Gas-Preise offen

- Düsseldorf - Die anhaltenden Proteste gegen die Gas-Preiserhöhungen zeigen Wirkung: Deutschlands größter Energieversorger Eon will als erster Gaslieferant die Kalkulation der Gas-Preise für alle von ihm belieferten 1,1 Millionen Haushaltskunden offen legen. Eon-Chef Wulf Bernotat: "Wir wollen unseren Kunden zeigen, dass wir nichts zu verbergen haben und unsere Margen eher bescheiden sind."

Das Vorgehen des Marktführers dürfte nach Auffassung von Branchenkennern Signalfunktion für die gesamte Branche haben. Bernotat dämpfte allerdings Erwartungen, dass durch die Offenlegung die Gas-Preise ins Rutschen kommen.

Die Konkurrenten RWE und EnBW zögerten zunächst, diesem Vorbild zu folgen. Ein Sprecher von RWE Energy sagte lediglich, es stehe außer Frage, "dass die Wettbewerbsbedingungen im Gasmarkt weiter verbessert werden müssen." Verbraucherschützer begrüßten die Entscheidung von Eon.

Eon will noch in diesem Monat die Preiskalkulation für die 500 000 Haushaltskunden des norddeutschen Versorgers Eon Hanse bekannt geben. Das Unternehmen steht hier besonders unter Druck, da es Mitte September in der bundesweit ersten Sammelklage wegen angeblich überhöhter Gas-Preise verklagt wurde. Das Gericht hatte nach dem ersten Verhandlungstag in einer vorläufigen Einschätzung erklärt, dass Eon Hanse seine Gas-Bezugspreise sowie seine gesamte Preiskalkulation offen legen müsse.

Die übrigen Regionalversorger des Konzerns würden in den kommenden Monaten folgen, sobald die Daten aufbereitet worden seien, erklärte Eon. Unabhängige Wirtschaftsprüfer sollen die Kalkulation begleiten.

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