Uhl legt umfassendes Geständnis ab

VW-Affäre: - Wolfsburg - Im zweiten Prozess der VW-Affäre um Lustreisen auf Firmenkosten hat der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Jürgen Uhl wie erwartet ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Es treffe zu, dass er zu seiner Zeit als VW-Betriebsrat Dienste von Prostituierten in Anspruch genommen habe, die über den früheren VW-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer zu Lasten von Volkswagen bezahlt worden seien, sagte Uhl am Donnerstag zu Prozessauftakt vor dem Amtsgericht Wolfsburg. Uhl gab auch zu, falsche eidesstattliche Versicherungen abgegeben zu haben.

Er sei über sein Verhalten im Rückblick "fassungslos", sagte Uhl mit klarer Stimme. Es habe nicht seinen "persönlichen und politischen Wertvorstellungen" entsprochen. Der 55-Jährige hatte die Vorwürfe lange geleugnet, Ende Mai aber zugegeben, gelogen zu haben. Er hatte sein Bundestagsmandat niedergelegt und war aus SPD und IG Metall ausgetreten. Die Anklage wirft Uhl in zwei Fällen Beihilfe zur Untreue vor sowie die Abgabe von fünf falschen eidesstattlichen Versicherungen.

Das Gericht muss nun entscheiden, ob es das Geständnis Uhls als glaubhaft ansieht und ob Zeugen vernommen werden. Für den ersten Verhandlungstag ist Gebauer vorgeladen. Prozessbeobachter halten eine Geldstrafe für Uhl für wahrscheinlich, falls das Gericht das Geständnis als glaubhaft ansieht.

Im ersten Prozess der VW-Affäre war der ehemalige Arbeitsdirektor Peter Hartz im Januar vom Landgericht Braunschweig nach einem umstrittenen Deal mit der Justiz zu einer Bewährungs- und Geldstrafe verurteilt worden. Hartz hatte gestanden, den einflussreichen Ex-Betriebsratschef Klaus Volkert mit Millionenzahlungen "gekauft" zu haben.

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