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Lehman-Pleite: BayernLB könnte 300 Millionen verlieren

München - Die Bayerische Landesbank (BayernLB) befürchtet, wegen der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers bis zu 300 Millionen Euro zu verlieren. Das Institut, das je zur Hälfte den bayerischen Sparkassen und dem Freistaat gehört, hat zu Lehman ebenso wie zum in die Krise geratenen Versicherungskonzern AIG Geschäftsbeziehungen unterhalten (wir berichteten).

In einem Brief an die Mitarbeiter der Bank, der dieser Zeitung vorliegt, hat BayernLB-Chef Michael Kemmer nun erklärt: "Wir gehen nach derzeitigem Erkenntnisstand davon aus, dass ein mögliches Ausfallrisiko für die BayernLB in Höhe von rund 300 Millionen Euro besteht."

Die BayernLB sei bei Lehman Brothers sowohl Gläubiger als auch Schuldner, heißt es in dem Schreiben Kemmers.

 "Deshalb überprüfen wir, inwieweit sich aus den wechselseitigen Geschäften Aufrechnungsmöglichkeiten oder Verlustrisiken ergeben." Auch andere deutsche Landesbanken - darunter die baden-württembergische LBBW - rechnen mit Auswirkungen der Lehman-Pleite.

Kemmer kritisierte in dem Brief an die Mitarbeiter des Instituts indirekt das Verhalten der Opposition in Bayern.

Er bedauere sehr, dass "die von uns erhoffte und erbetene Zurückhaltung im politischen Raum kurz vor einer wichtigen Wahl offensichtlich wieder aufgegeben wird". Gerade im Hinblick auf die verunsicherten internationalen Finanzmärkte sei es für jede Bank wichtig, ihre Aufgaben außerhalb von parteipolitischen Diskussionen erfüllen zu können. "Bei allem Verständnis für politische Auseinandersetzungen im Vorfeld von Wahlen, haben wir die politischen Mandatsträger nochmals gebeten, sich gerade jetzt ihrer Verantwortung gegenüber der BayernLB und ihrer Mitarbeiter bewusst zu sein."

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