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Fahrradverleiher Mobike

Kritiker befürchten neuerliches Leihrad-Chaos

Leihradanbieter Mobike plant Angebot in allen deutschen Großstädten

Das chinesische Unternehmen Mobike gibt sich ehrgeizig. Nach Berlin will es als nächstes Düsseldorf mit Rädern ausstatten. Doch manchen asiatischen Anbietern eilt ein schlechter Ruf voraus.

Düsseldorf - Der chinesische Leihradanbieter Mobike will sein Angebot aus Berlin auch in andere Großstädte hierzulande bringen. „Meine Hoffnung ist, dass wir in diesem Jahr in allen großen Städten in Deutschland sind“, sagte Mobike-Landeschef Jimmy Cliff der Deutschen Presse-Agentur. Auch die Expansion in kleinere Städte schloss Cliff nicht aus.

Seit November 2017 ist das Unternehmen in Deutschland vertreten, bisher aber nur in Berlin. Konkurrent Nextbike hat dort mehr als 5.000 Räder in der Hauptstadt positioniert, die Deutsche Bahn mit ihrem Angebot rund 3.500. Als zweite deutsche Stadt will Mobike nun Düsseldorf mit Leihrädern ausstatten. Offizieller Start ist für die kommende Woche geplant.

Mehrere hundert Räder ab nächster Woche in Düsseldorf

Laut Mobike sollen zunächst mehrere hundert Räder in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt aufgestellt werden, die Stadt spricht von voraussichtlich 600 Velos. Es lägen auch Anfragen der asiatischen Leihradfirmen Obike, Ofo und Zenjoy vor, sagte ein Sprecher.

Die asiatischen Anbieter sind jedoch umstritten, weil ihre Fahrräder im gesamten Stadtgebiet angemietet und abgestellt werden können, ohne feste Stationen. Kritiker fürchten, dass sie Einfahrten und Gehwege verstopfen könnten. Chaos mit Leihrädern gab es bereits in mehreren deutschen Städten.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) begrüßt das Leihradangebot zwar grundsätzlich. Es müsse aber gewährleistet sein, dass sich die Räder technisch in einem guten Zustand befinden und regelmäßig gewartet werden.

Leihrad-Chaos wie in München im Sommer 2017 soll vermieden werden

„Ich verstehe die Angst und ich hab das gesehen von anderen Anbietern in anderen Städten“, sagte Mobike-Manager Cliff. In München etwa hatte Konkurrent Obike im vergangenen Sommer über Nacht massenhaft Fahrräder aufgestellt. Doch es kam zu Vandalismus, die Drahtesel wurden reihenweise beschädigt und zerstört. Nach dem verpatzten Start zog der Anbieter aus Singapur den Großteil seiner Flotte dort wieder ab. „München war ein schlechtes Beispiel für die ganze Industrie“, sagte Cliff. „Ich glaube, das wird bei uns nicht passieren.“

Für den Auftakt in Düsseldorf will Mobike nicht mit tausenden Rädern an den Start gehen, sondern nur wenige Hundert aufstellen. „Wir werden nur neue Fahrräder in die Stadt bringen, wenn wir sehen, dass die genutzt werden“, sagte Cliff.

Die Konkurrenz ist skeptisch. „Andere Anbieter müssen nicht direkt mit dem Angebot Geld verdienen“, sagte eine Sprecherin von Nextbike, der in vielen europäischen Großstädten vertreten ist. „Das hat dann nichts mehr mit Wettbewerb zu tun und endet in Dumping.“

Preislich gesehen sind die Angebote von Mobike mit denen der bisherigen Platzhirsche vergleichbar: Eine 30-minütige Fahrt kostet bei Nextbike wie bei Mobike einen Euro. Für das Abstellen von Fahrrädern sei bei solchen Angeboten keine Erlaubnis notwendig, weil es sich um einen Gemeingebrauch handle, sagte ein Sprecher der Stadt Düsseldorf.

Cliff versuchte den Vorwurf zu entschärfen, Anbieter würden die Daten von Kunden sammeln und damit zusätzlich Geld verdienen: „Die Nutzer- und Bewegungsdaten sind getrennt.“

dpa

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