Leitzins im Euro-Raum sinkt zum dritten Mal in Folge: 2,50 Prozent

Brüssel/Frankfurt - Im Kampf gegen die Rezession in vielen europäischen Ländern hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins zum dritten Mal in Folge massiv gesenkt.

Die Notenbank nahm auf ihrer Ratssitzung am Donnerstag in Brüssel den Leitzins für die 15 Länder des Euro-Raums um 0,75 Prozentpunkte auf 2,50 Prozent zurück und damit so stark wie noch nie in ihrer zehnjährigen Geschichte. Wegen der Finanzkrise und der schwächeren Konjunktur hatte die EZB bereits im Oktober und November den Leitzins um jeweils 0,50 Punkte gesenkt. Der wichtigste Zins zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld liegt aber immer noch deutlich höher als in den USA mit einem Prozent.

Niedrige Zinsen verbilligen Kredite für Unternehmen und Verbraucher und können so die Wirtschaft anschieben. Sparguthaben werden allerdings ebenfalls niedriger verzinst. Mit Spannung werden die Äußerungen von Notenbank-Präsident Jean-Claude Trichet über den weiteren Kurs der EZB auf einer Pressekonferenz am Nachmittag in Brüssel erwartet. Die EZB tagt zweimal im Jahr an einem Ort außerhalb ihres Sitzes in Frankfurt.

Der Stab der Notenbank wird heute seine neuen Inflations- und Wachstumsprognosen veröffentlichen. Diese werden vermutlich pessimistischer ausfallen. Bislang hatte die EZB für 2009 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Euro-Raum von 1,2 Prozent erwartet. Die Bank von England senkte am Donnerstag ihren Leitzins um 1 Prozentpunkt auf 2,0 Prozent. Damit ist der dortige Zinssatz so tief wie seit 1951 nicht mehr.

dpa

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