Leitzins: Greenspan will weiter an der Stellschraube drehen

- Washington - Die US-Notenbank (Fed) hat zum zweiten Mal seit Juni die Zinsen um einen Viertelprozentpunkt angehoben. Der Satz für Tagesgeld liegt damit bei nunmehr 1,5 Prozent, wie der Offenmarktausschuss der Bank am Dienstag in Washington mitteilte.

<P>Die Erhöhung war allgemein erwartet worden. Allerdings überraschte die Notenbank viele Analysten mit der Wiederholung ihrer Erklärung vom Juni, nach der ein maßvolles Tempo bei Zinserhöhungen zur Unterdrückung der Inflation beibehalten werden soll. Experten hatten erwartet, dass diese Formulierung angesichts jüngster enttäuschender Wirtschaftsdaten fallen gelassen würde.<BR><BR>In der Erklärung des für die Zinsentwicklung zuständigen Offenmarktausschusses vom Dienstag heißt es, das Wachstum sei in den vergangenen Monaten moderater ausgefallen und das Tempo der Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt habe sich verlangsamt. Dies sei wahrscheinlich auf den erheblichen Anstieg der Energiepreise zurückzuführen. Trotzdem gebe es Hinweise darauf, dass sich das Wachstum wieder beschleunigen werde.<BR><BR>Angesichts der Tatsache, dass die Inflation voraussichtlich relativ niedrig bleibe, gehe der Ausschuss davon aus, dass weitere Zinsschritte wahrscheinlich maßvoll erfolgen könnten. Wie bereits im Juni betont die Fed zugleich, dass man auf Änderungen im Wirtschaftsausblick reagieren werde, wenn dies zur Aufrechterhaltung der Preisstabilität nötig sein sollte.<BR>Auf dem Arbeitsmarkt waren im Juli mit rund 32 000 weitaus weniger neue Jobs geschaffen worden als erwartet. Außerdem fielen die Verbraucherausgaben im Juni um 0,7 Prozent und damit so stark wie seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 nicht mehr. Nach einer deutlichen Verlangsamung des Wirtschaftswachstums im zweiten Quartal gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres gehen viele Analysten nunmehr von 3,9 Prozent auf Jahresbasis für das dritte Quartal aus, nachdem ursprünglich 4,2 Prozent erwartet wurden. <BR><BR>Die Zentralbank hatte am 30. Juni ihre Federal Funds Rate für die kurzfristige Geldbeschaffung der Geschäftsbanken zum ersten Mal seit vier Jahren wieder erhöht, von 1,0 auf 1,25 Prozent. Damit lagen die Zinsen aber immer noch auf extrem niedrigen Niveau. Im Euro-Raum etwa beträgt der Leitzins derzeit 2,0 Prozent. Mit dem gestrigen und den weiter angekündigten Zinsschritten dürfte hier eine weitere Annäherung erfolgen.</P>

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