Lernspiele haben Konjunktur

- Nürnberg - Pisa lässt grüßen: Lernspiele sind in diesem Jahr eine der großen Hoffnungen für die Spielwarenbranche. "Alles, was einen konkreten Lernnutzen verspricht, liegt im Trend", sagt der Chef der Nürnberger Spielwarenmesse, Ernst Kick. Aber auch Erwachsenenspiele, Puzzles und Bewegungsspielzeug sollen dem stagnierenden Spielwarenmarkt neuen Schwung geben.

<P>Auf der Neuheitenschau zur 56. Internationalen Spielwarenmesse (10.-15.2.) stellt die Branche ihre Innovationen vor. Mehr als die Hälfte des Jahresumsatzes, der 2004 in Deutschland knapp 2,4 Milliarden Euro betrug, erzielen Hersteller und Händler mit Neuheiten. Auf der Messe sollen 60 000 neue Produkte vorgestellt werden. Eine davon präsentierten die zwei jungen Tüftler Klaus Doth aus Oberasbach bei Fürth und Daniel Gurdan aus München: Das ferngesteuerte Ufo. Beim Bundeswettbewerb "Jugend forscht" waren die beiden 22-Jährigen mit ihrer Konstruktion vertreten. Der Nürnberger Spielwarenanbieter Willi Paneutz las darüber in der Zeitung und beschloss, das Ufo zu produzieren. 100 000 Stück sollen dieses Jahr in Europa auf den Markt kommen.<BR><BR>Kinder lieben Spielzeug für unterwegs<BR><BR>Im Höhenflug sind auch die Anbieter von Lernspielzeug. Eine Marktnische will V-Tech entdeckt haben: Mit dem V.Smile Lernspiel-System können die Kleinen ab vier Jahren das Abc, Zahlen, Formen und Farben lernen. Das System bietet eine Lernkonsole, den Pocketcomputer und Lernspiele.<BR><BR>Auf der Suche nach jüngeren Zielgruppen ist der Modelleisenbahn-Hersteller Märklin. "Plug and play" - anschalten und spielen - lautet die Devise: "Damit wollen wir die Kinder zu uns zurückholen", sagt Manager Lars Schilling. Man habe sich zu sehr vom Spielzeughersteller wegentwickelt zum Produzenten von Sammlerstücken. Unverwüstlich sind dagegen die Figuren von Playmobil. Der Zirndorfer Hersteller gilt als einer der großen Branchengewinner des vergangenen Jahres. Mit der tragbaren "Piratenschatztruhe" folgt Playmobil dem Trend zum "mobilen Spielzeug", das die Kleinen gut auf Reisen mitnehmen können.<BR><BR>Immer gefragt sind Puzzles und Spiele. Sie brachten 2004 einen Umsatz von 300 Millionen Euro und sind damit stärkstes Spielwarensegment, berichtete die Fachgruppe Spiel im Verband der Spielwaren-Industrie.<BR>"Durch Neuheiten Kaufimpulse auslösen" lautet etwa das Rezept von Ravensburger-Chef Karsten Schmidt. Die Schwaben, deren Erfolgsprodukt "Puzzleball" jetzt auch in einer Juniorausgabe anrollt, präsentieren in Nürnberg außerdem ihr zweites Spiel mit intelligenter Elektronik: "Die Insel".<BR><BR>"Das anspruchsvolle Taktik-Spiel kann mit vielen Stimmen sprechen und merkt sich die Züge aller Mitspieler", heißt es im Werbetext. Ob "Die Insel" freilich den Erfolg der "Siedler von Catan" erreichen wird, muss sich erst zeigen. Das bei Kosmos erschienene Spiel wird zehn Jahre alt und kommt in goldglänzender Jubiläumsausgabe. Eine Kooperation mit dem SC Freiburg soll künftig auch Fußballfans zu "Siedler"-Fans machen.</P>

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