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„Das Risikoprofil des Kunden gibt die Schmerzgrenze vor“, so Franz Mader (Bethmann Bank).

Vermögensverwaltung

Kennen Sie Ihr Risikoprofil?

Die Zinsen sind niedrig. An den Aktienbörsen wird es turbulent. Anleger brauchen jetzt starke Nerven. Oder eine Privatbank, der sie vertrauen.

Investoren, die ihr Geld gewinnbringend anlegen wollen, haben derzeit ein Problem. Um die Staatsschuldenkrise in Europa und den Vereinigten Staaten zu managen, haben die Zentralbanken die Zinsen auf ein historisch niedriges Niveau gesenkt. An der Zinsfront ist derzeit nicht viel zu holen. Gleichzeitig sind in den vergangenen Wochen auch die Aktienmärkte heftig unter Druck geraten. Aktien als Anlageklasse scheinen deshalb vielen Investoren als sehr unsicher. Da stellt sich automatisch die Frage: Was tun in einer Zeit, in der weder Renten noch Aktien attraktiv erscheinen?

"Dass es an der Börse kracht, ist normal"

„Anleger sollten Ruhe bewahren und darauf vertrauen, dass langfristig angelegte Strategien, wie Investments in Aktien, tatsächlich auch langfristig funktionieren. Dass es an der Börse zwischendurch auch mal kracht, ist normal“, sagt Franz Mader, Niederlassungsleiter der Bethmann Bank in München. Wichtig sei, im Dialog mit dem Kunden die richtige Anlagestrategie zu finden. Die allerdings lasse sich nicht einfach nur an jährlichen Renditen ausmachen. „Der Schlüssel für den Erfolg ist das Erstgespräch mit unseren Kunden. Da sollten sie wahrheitsgemäß antworten, wie viel zwischenzeitlichen Verlust sie ertragen können, damit wir ihre Bereitschaft einschätzen können, Risiken einzugehen“, so Mader.

Risikoprofil gibt Schmerzgrenze vor

Es ist eine Grundregel der Vermögensverwaltung: Das Risikoprofil eines Kunden gibt die Schmerzgrenze vor und definiert in der Konsequenz den Aktienanteil in einem Wertpapierportfolio. Aus dem Verhältnis von Anleihen zu Aktien lassen sich die maximale Verlustgrenze und eine mögliche Gewinnwahrscheinlich ableiten. „Der Anleiheanteil sorgt für Stabilität, der Aktienanteil für die Rendite. Je höher der Aktienanteil, desto größer ist die Renditechance, aber eben auch die Volatilität des Portfolios“, erklärt Mader. Trotz des aktuell unruhigen Umfelds ist für ihn klar: Ohne Aktien kommt mittlerweile kein Investor mehr aus. „Die Preise für Zinspapiere sind stark gestiegen und versprechen unter Berücksichtigung von Steuern und Inflation nur noch negative Renditen. Zudem ist die Gefahr von Kursrückschlägen bei Zinspapieren nicht zu vernachlässigen. Wer uns mit dem Ziel beauftragt, langfristig mindestens für einen Werterhalt des Vermögens zu sorgen, hat gar keine Alternative dazu, auch Aktien ins Depot zu nehmen“, so Mader.

Rund 1.400 Aktien werden beobachtet

Bei der Auswahl der betreffenden für das jeweilige Portfolio passenden Titel kann die Bethmann Bank auf das Research der Konzernmutter ABN AMRO zurückgreifen. Rund 1.400 Aktien aus den USA und Europa werden ständig beobachtet, bei Investitionen in Asien oder Schwellenländern greifen die Vermögensmanager auf ETFs zurück. Wenn es um Anleihen geht, beschränkt sich die Auswahl auf Papiere mit hoher Bonität. Anleger, die Wert auf eine nachhaltige Investmentstrategie legen, bietet Bethmann eine spezielle Auswahl an Investments an, die von einem Nachhaltigkeitsbeirat überwacht werden.

Kritische Kriterien müssen erfüllt sein

Aus dem Research-Universum der ABN AMRO haben die Spezialisten bei Bethmann dafür etwa 70 Aktien und Anleihen herausgefischt, die eine Reihe von kritischen Kriterien erfüllen müssen: Staatsanleihen zum Beispiel dürfen nicht von Ländern emittiert sein, in denen etwa Korruption oder Drogenhandel ein großes Problem ist. Auch die Todesstrafe ist ein Ausschlusskriterium. Deshalb findet man in der Nachhaltigkeits-Liste der Bethmann Bank auch keine US-Staatsanleihen. Doch zur Nachhaltigkeit gehört auch eine nachhaltig positive Renditeperspektive. „Wir investieren nur in Unternehmen, die ihre Dividenden ausschließlich aus ihren Gewinnen zahlen. Konzerne, die bei Ausschüttungen auch auf ihre Substanz zurückgreifen, fallen bei uns durchs Raster“, so Mader. Das Wichtigste bei der Aktienauswahl – und das gelte nicht nur für Aktien von Unternehmen, die als besonders nachhaltig bewertet werden – sei die Qualität des Managements. „Für den Wert einer Immobilie sind vor allem die Lage, die Lage und die Lage wichtig.“

Management macht Qualität eines Unternehmens aus

„Für Firmen gilt analog: das Management, das Management und nochmal das Management machen die Qualität eines Unternehmens aus. Das ist der ausschlaggebende Faktor“, so Mader. Dass nachhaltiges Investieren ein Renditenachteil sei, hält der Anlageexperte übrigens für eine Mär: Seit die Bethmann Bank diesen Service anbietet, haben die nachhaltig verwalteten Portfolios im bankinternen Vergleich am besten abgeschnitten.

Matthias von Arnim

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