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Zum Jahreswechsel wird das Eurogebiet größer. Lettland tauscht seine Währung Lats gegen den Euro.

Zum Jahreswechsel

Lettland führt den Euro ein

Riga - Zum Jahreswechsel wird das Eurogebiet größer. Lettland tauscht seine Währung Lats gegen den Euro. Vielerorts in der EU freut man sich über das politische Signal. Doch die lettische Bevölkerung ist skeptisch.

Kurz vor der Euro-Einführung in Lettland haben mehrere EU-Staats- und Regierungschefs das baltische Land als neues Mitgliedsland der Eurozone begrüßt. „Ein ganz herzliches Willkommen im Euroraum, Lettland“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem am Dienstag von der lettischen Staatskanzlei veröffentlichten YouTube-Video. Frankreichs Staatspräsident François Hollande sprach von einer „guten Nachricht für Europa und Lettland“.

Lettland führt am 1. Januar 2014 als 18. EU-Land den Euro ein und löst damit seinen heimischen Lats durch die Gemeinschaftswährung ab. „Ich schätze alle Bemühungen und die bemerkenswerten Fortschritte Lettlands, um dem Euro beizutreten“, sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. Der Euro sei eine „starke, glaubwürdige und stabile Währung“.

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte in Berlin: „Die Letten haben sich diesen Schritt redlich verdient und hart erarbeitet. Sie haben entschlossen am Ziel eines zügigen Beitritts zur Eurozone festgehalten, gerade auch in Zeiten, als manche das Projekt Euro schon aufgeben wollten.“

Mit Lettland als neuem Mitglied leben 333 Millionen Menschen in der Eurozone. Das kleine Land im Nordosten Europa erhielt im Juli grünes Licht von den EU-Finanzministern für die Euro-Einführung und erfüllte souverän die Beitrittsbedingungen. Die Ostseerepublik mit gut zwei Millionen Einwohnern konnte seine tiefe Krise durch harte Spar- und Reformmaßnahmen überwinden und ist nun das wachstumsstärkste EU-Land.

Für EU-Währungskommissar Olli Rehn hat die Ex-Sowjetrepublik mit der Euro-Einführung „wieder zum politischen und wirtschaftlichen Mittelpunkt unseres Kontinents zurückgefunden“. Der starke Aufschwung in Lettland sei zudem ein „klares Zeichen der Ermutigung“ für andere EU-Länder, die sich in einem „schwierigen wirtschaftlichen Anpassungsprozess“ befinden, erklärte er in Brüssel.

Andrus Ansip, Regierungschef des benachbarten Estlands, freute sich besonders über die praktischen Vorteile. „Bereits zu Beginn des neuen Jahres können wir eine gemeinsame Währung nutzen“, sagte er. Gemeinsam mit dem lettischen Noch-Ministerpräsidenten Valdis Dombrovskis will Ansip in Riga an Neujahr kurz nach Mitternacht den ersten Euro-Schein aus einem Bankautomaten ziehen.

Doch wie bereits vor drei Jahren in Estland, das sich als bislang letzter Staat 2011 dem gemeinsamen Währungsgebiet anschloss, wird der Euro auch in Lettland von der Bevölkerung mit Skepsis aufgenommen. Neben Ängsten vor dem „Teuro“ tritt die Wehmut, den Lats als eines der wichtigsten Symbole der 1991 wiedererlangten Unabhängigkeit von der Sowjetunion aufgeben zu müssen.

dpa

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