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Airbus will am Standort Manching trotz des geplanten Kahlschlags festhalten.

Kahlschlag bei Eurofighter

Letzte Hoffnung für Manching: Export

München - Airbus will am Standort Manching trotz des geplanten Kahlschlags festhalten. Bernhard Gerwert, Chef von Airbus Defence and Space, beklagt aber das mangelnde Interesse der Politik.

Es war ein bitterer Tag für Bernhard Gerwert, den Chef der Airbus-Rüstungssparte, und Betriebsrat Thomas Pretzl. Beide mussten der Belegschaft in Manching auf einer Betriebsversammlung die erschreckende Zahl erklären: 1010 Mitarbeiter müssen bis 2017 gehen. Jeder vierte Arbeitsplatz am deutschen Zentrum für Militärflugzeuge geht verloren.

Das hatten viele geahnt. Denn die Geschäfte laufen immer schlechter. Die Staaten in Europa fahren ihre Verteidigungsausgaben zurück. Die Bundeswehr hatte einmal 180 Eurofighter bestellt und 143 bekommen. Was mit den restlichen 37 ist, „steht in den Sternen“, sagte Gerwert vor den Beschäftigten. Doch die Kalkulation basiert auf der Zahl 180. Sinkt die Stückzahl, wird jedes Flugzeug teurer, weil die Fixkosten auf weniger Flugzeuge umgelegt werden müssen.

„Ich werde alles daran setzen, dass Manching auch in Zukunft ein Kernstandort bleibt“, sagte Gerwert. Das klingt fast trotzig. Doch nur wenig davon hat Airbus selbst in der Hand. So hat der Standort den Zuschlag für die Wartung des Militär-Airbus A400M bekommen. Doch auch hier ist das Auftragsvolumen geschrumpft. Denn Deutschland nimmt statt der vereinbarten 68 Flugzeuge nur 40. Wartung ist überdies eine zwar anspruchsvolle Tätigkeit. Doch sie ist nur ein Trostpflaster, wenn gleichzeitig die Entwicklung und die Produktion der High-tech-Geräte abgebaut werden muss. Reißt man eingespielte Teams in diesen Bereichen auseinander, ist deren Fähigkeit auf Dauer verloren. Das hat Bayern leidvoll erfahren. Seit der Zerschlagung von Dornier kann niemand mehr im Freistaat Verkehrsflugzeuge bauen. Mit dem, was jetzt in Manching droht, büßt Bayern jetzt auch noch die Kompetenz für Militärflugzeuge ein. „Die Regierungen in Bund und Land sprechen vom Erhalt der Systemfähigkeit“, hielt Gerwert den Politikern vor. „Sie tun aber nichts dafür.“ Das bestätigte indirekt Ministerpräsident Horst Seehofer, der den Stellenabbau als unumgänglich bezeichnete. Wenn man weniger Rüstung wolle, müsse man den Konzern entsprechend anpassen. Er mahnte aber eine sozialverträgliche Gestaltung an.

„Betriebsbedingte Kündigungen“, sagte Gerwert, „können nur vermieden werden, wenn wir neue Aufträge gewinnen.“ Also Exporte. Immerhin 99 Eurofighter wurden schon in andere Länder verkauft. Dass sich der Eurofighter hervorragend schlägt, zeigt er gerade beim Wettbewerb „Red Flag“ in der Wüste von Nevada, wo 150 Militärflugzeuge rund um Nellis, einem der größten Luftwaffenstützpunkte der Welt, zeigen, was sie können. Die Eurofighter der Royal Air Force sorgen dort gerade für Aufsehen. Sie ließen sich wohl verkaufen. „Wir werden aggressiv an internationale Märkte herangehen“, versprach Gerwert.

Doch auch hier vermisst er politische Unterstützung. Derzeit geht es um einen Auftrag aus Südkorea. Gerwert: „Ich habe noch keinen einzigen deutschen Politiker dort gesehen.“ Ein Nachteil im Wettbewerb, wenn man bedenkt, wie die USA oder Frankreich ihre Exporteure unterstützen. Damit sieht es düster aus für Manching.

Von Martin Prem

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