Das letzte Telekom-Monopol fällt: Ortsnetze offen für alle Anbieter

- Für Telefonkunden werden die Sparmöglichkeiten immer größer. Ab heute ist die so genannte Preselection für Ortsgespräche möglich. Je nach Telefonverhalten könnten die Kunden von einem Vertrag mit einem Telekom-Konkurrenten profitieren. Ein allgemeiner Tarifsturz ist aber nicht zu erwarten. "Die Preise sind schon am unteren Ende angelangt", meint Eva-Maria Schreiter vom Branchenverband VATM.

<P>Selbst nachrechnen mit<BR>Einzelverbindungsnachweis</P><P>Von den größeren Anbietern drängen bundesweit Arcor, Tele2, 01051, Colt Telecom, 01019 und Comnet in den Ortsnetzmarkt. Konkrete Tarife sind noch nicht in je-dem Fall bekannt. Wer schon das Call by Call genutzt hat, kann allerdings mit ähnlichen Preisen rechnen.</P><P>Um den optimalen Vertrag zu finden, hilft nur eines: selbst nachrechnen. "Die Verbraucher sollten sich unbedingt einen Einzelverbindungsnachweis geben lassen", rät Rudolf Boll von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post. Denn das Sparpotenzial steckt im Detail. </P><P>Mit einem Ortsnetztarif von 0,99 Cent pro Minute in der Nebenzeit lockt zum Beispiel Tele2. Die Telekom verlangt dafür im Basistarif T-Net Standard 1,5 Cent. Außerdem rechnet Tele2 in der Nebenzeit im Minutentakt ab und nicht alle vier Minuten wie der bisherige Monopolist. Hintergrund: Bei der Telekom werden 6 Cent pro Einheit berechnet, die je nach Vertrag und Uhrzeit unterschiedlich lang ist. Besonders Kurztelefonierer könnten in diesem Fall von einem Wechsel profitieren.</P><P>Achtung: Nahbereich über<BR>Stadtgrenzen hinaus</P><P>Ein Problem der privaten Preselection-Angebote kann der Nahbereich sein. Während bei der Telekom im Umkreis von etwa 20 Kilometern rund um eine Stadt zum Ortstarif telefoniert werden kann, muss bei anderen Anbietern nur ein Null vorgewählt werden - und schon gilt der Anruf beim Friseur im Nachbarort als Ferngespräch. Eine Nahzone bietet aber auch Arcor an. In der Nebenzeit verlangt die Firma sowohl für City- als auch für Ferngespräche in der Nebenzeit 2 Cent. Unterschiede gibt es erst in der Hauptzeit: 4,5 bzw. 9 Cent.</P><P>Egal wie sich die Verbraucher entscheiden - sie müssen sich auf eine lange Wartezeit einstellen. Die Telekom hat die Umstellung von täglich 15 000 Telefonanschlüssen angekündigt. Preselection im Fernbereich nutzen fünf Millionen Deutsche. Für eine Umstellung im Ortsnetz liegen laut VATM bereits eine Million Anmeldungen vor. Bei Tele2 sind es nach eigenen Angaben 450 000 Anträge, bei Arcor, mit 2,5 Millionen Preselection-Kunden größter privater Anbieter, 350 000.</P><P>Monatelanges Warten<BR>ist programmiert</P><P>Das Unternehmen wirft der Telekom daher massive Behinderung des Wettbewerbs im Ortsnetz vor. "Soll- te es zu Engpässen kommen, können wir noch aufstocken", hatte nun Telekom-Festnetzchef Josef Brauner erklärt. Einen anderen Weg schlägt VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner vor. Wie in den Niederlanden bereits geschehen, solle die Telekom alle Kunden auf Preselection umstellen und diejenigen zurückstellen, die das nicht wollen.</P><P>"Verbraucher sollten mit dem Abschluss eines Preselection-Vertrages noch ein paar Tage warten, bis alle Anbieter ihre Preise bekannt gegeben haben und eine größere Auswahl als heute vorliegt", rät daher Kai Petzke vom Online-Fachmagazin www.<BR>teltarif.de.</P><P>Genaue Tarifinformationen bieten unter anderem www.teltarif.de oder www.billigertelefonieren.de<BR></P>

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