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Zum letzten Mal sind die Bergleute am Freitag, 18. Dezember, in die englische Zeche Knottingley eingefahren.

Auch in Deutschlands schließt ein Bergwerk

Letzte Zeche in England macht dicht

Marl/Knottingley - Eine Ära geht zu Ende: In Großbritannien schloss am Freitag die letzte Kohlezeche, in Deutschland machte das drittletzte Bergwerk in Marl dicht.

Die Nachfrage nach Kohle weltweit ist in diesem Jahr erstmals seit zwei Jahrzehnten nicht weiter angestiegen, erklärte die Internationale Energieagentur (IEA).

Im Bergwerk Auguste Victoria in Marl im Norden des Ruhrgebiets wurde die letzte Schicht gefahren; die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) sagte am Nachmittag, das sei zwar kein Grund für eine ausgelassene Feier. Wichtig und richtig sei aber ein würdiger Schluss.

Mit der Stilllegung der Zeche zum Jahreswechsel wird es in ganz Deutschland nur noch zwei Kohlebergwerke geben: Prosper Haniel in Bottrop und Ibbenbüren im nördlichen Münsterland. Auch diese beiden Bergwerke werden Ende 2018 geschlossen. So sieht es der 2007 gefasste Beschluss des Bundestags zum Auslaufen des Steinkohleabbaus vor.

In Yorkshire, im Ort Knottingley, beendeten die Bergleute ebenfalls ihre letzte Schicht. In orangefarbenen Overalls und Schutzhelmen marschierten sie aus der Mine. 450 Kumpel arbeiteten bislang in dem Bergwerk und förderten Steinkohle in 800 Metern Tiefe.

In der Nähe der Zeche werden zwar noch drei Kraftwerke mit Kohle betrieben - sie bekommen ihren Brennstoff aber künftig günstiger aus Ländern wie Russland oder Kolumbien. Die britische Regierung hatte im November angekündigt, alle Kohlekraftwerke bis 2025 dichtzumachen.

Die Kohle-Industrie stehe unter Druck, erklärte IEA-Chef Fatih Birol in Singapur. Der Hauptgrund sei China, aber nicht der einzige. Der Umbau der Wirtschaft in China und die Umweltpolitiken weltweit - Birol verwies auf das Klimaabkommen von Paris - würden die Nachfrage nach Kohle weiter drosseln. Im Jahr 2020 werden laut IEA rund um den Globus noch 5,8 Milliarden Tonnen Kohle verbrannt werden - rund 500 Millionen Tonnen weniger als bislang angenommen.

Die Nachfrage, die von 2010 bis 2013 jedes Jahr um durchschnittlich 3,3 Prozent zugenommen habe, werde bis 2020 auf eine Zunahme von 0,8 Prozent jährlich schrumpfen, schätzt die IEA. Der Anteil der Kohle an der Energieproduktion werde von 41 auf 37 Prozent zurückgehen.

AFP

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