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Kommende Woche beginnt der Ausvekauf.

Letzter Arbeitstag

Neckermann: Der Letzte macht das Licht aus

Frankfurt/Main - Beim traditionsreichen Versandhandel Neckermann gehen am Freitag die Lichter aus. Den meisten Beschäftigten droht die Arbeitslosigkeit. Kommende Woche beginnt der Ausverkauf.

Letzter Arbeitstag für die meisten der rund 2000 Neckermann-Beschäftigten: Nachdem am Donnerstag der letzte Interessent abgesprungen war, ist der insolvente Versandhändler nicht mehr zu retten und wird abgewickelt - 62 Jahre nach seiner Gründung durch den Kaufmann und späteren Sportfunktionär Josef Neckermann. Am 1. Oktober beginnt dann der endgültige Ausverkauf. Für diesen Tag ist auch die Eröffnung des ordentlichen Insolvenzverfahrens geplant. Den meisten Beschäftigten am Stammsitz Frankfurt und in Sachsen-Anhalt droht zunächst die Arbeitslosigkeit.

Nur eine kleine Rumpfmannschaft soll noch bei der Abwicklung des Unternehmens helfen. Während die letzten Waren an Großabnehmer gehen sollen, will die Insolvenzverwaltung im Auftrag der Gläubiger unter anderem die Markenrechte, Internet-Adressen und die Kundenliste von Neckermann zu Geld machen.

Der potenzielle Investor habe wie zahlreiche andere Interessenten zuvor letztlich abgewunken, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Joachim Kühne. Der finanzielle Aufwand sei wegen des lange Jahre entstandenen Investitionsstaus im zweistelligen Millionenbereich zu groß gewesen. Dem letzten, erst kurzfristig eingesprungenen Interessenten habe letztlich die Zeit zur Prüfung auch kartellrechtlicher Fragen gefehlt. „Der Markt hat entschieden, dass dieses Unternehmen nicht mehr zu retten war. Vollprofis haben sich das Unternehmen angesehen und festgestellt, dass die Kosten für ein Durchstarten viel zu hoch gewesen wären.“

Wer ist im DAX?

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Nach Meinung von Experten hat der klassische Katalogversand Neckermann den Wandel zum Internetversender nicht gepackt. Zahlreiche Eigentümer- und Managementwechsel haben wichtige Investitionen zum Beispiel in die Informationstechnologie verhindert. Zuletzt hatte der US-Investor Sun Capital weitere Geldspritzen abgelehnt und das Unternehmen in die Pleite entlassen. Gerettet werden konnte lediglich die auf Übergrößen spezialisierte Tochter „Happy Size“, die mit 80 Arbeitsplätzen an den Konkurrenten Klingel aus Pforzheim verkauft wurde.

Bereits in den vergangenen Wochen waren Produkte mit hohen Rabatten an die Kunden gebracht worden. Viele Artikel erscheinen auf der Internet-Seite bereits mit dem Vermerk „ausverkauft“. Laut Insolvenzverwalter Kühne wird noch so lange ausgeliefert, wie Waren über die Seite bestellbar sind.

dpa

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