+
Die drei Zulieferer von Fahrzeugleuchten hätten ihre Preise und Bedingungen für den gesamten Europäischen Wirtschaftsraum über drei Jahre hinweg koordiniert, erklärte die Kommission i Brüssel. Foto: Thierry Monasse/Symbolbild

Preise abgesprochen

Leuchten-Kartell: Millionenstrafe gegen deutsche Unternehmen

Brüssel (dpa) - Wegen eines Kartells bei Fahrzeugleuchten bittet die EU-Kommission zwei deutsche Autozulieferer zur Kasse. Die Unternehmen Automotive Lighting und Hella sollen eine Strafe von gut 26,7 Millionen Euro zahlen.

Dies gab die Brüsseler Behörde bekannt. Als dritter Beteiligter muss die französische Firma Valeo dagegen nichts zahlen, weil sie die illegalen Preisabsprachen aufdeckte. Alle Unternehmen hätten ihre Kartellbeteiligung eingeräumt und dem Vergleich zugestimmt.

Die drei Zulieferer hätten ihre Preise und Bedingungen für den gesamten Europäischen Wirtschaftsraum über drei Jahre hinweg koordiniert, erklärte die Kommission. Mitarbeiter sollen sich auf Messen, bei Veranstaltungen oder auch bei Kundenbesuchen getroffen haben. Sie hätten den Stand von Preisverhandlungen untereinander ausgetauscht und Preiserhöhungen für Ersatzteile abgesprochen.

"Mit dem heutigen Beschluss wird verdeutlicht, dass wir Kartelle, die den europäischen Markt beeinträchtigen, nicht akzeptieren", erklärte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Die drei Hersteller hätten nicht miteinander konkurriert und durch ihre Absprachen Fahrzeughersteller geschädigt.

Valeo wurde die von der Kommission errechnete, mögliche Strafe von 30,5 Millionen Euro vollständig erlassen. Automotive Lighting erhielt nach Mitarbeit im Verfahren einen Nachlass von 45 Prozent und soll jetzt 16,3 Millionen Euro zahlen. Bei Hella waren es nach einem Rabatt von 30 Prozent 10,4 Millionen Euro.

Der Bußgeldbescheid sei Teil weit reichender Ermittlungen gegen Kartelle bei Autozulieferern, hieß es. Mehrere ähnliche Bescheide seien bereits ergangen. Weitere Untersuchungen liefen noch, unter anderem zu Sicherheitssystemen für Fahrzeuginsassen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ist Vanille bald das teuerste Gewürz der Welt?
Auf Madagaskar als größtem Vanille-Anbaugebiet der Welt läuft gerade die Ernte. Der Weltmarktpreis explodiert - und könnte Vanille schon bald zum teuersten Gewürz der …
Ist Vanille bald das teuerste Gewürz der Welt?
Erste Diesel-Expertengruppe nimmt die Arbeit auf
Berlin (dpa) - Drei Wochen nach dem Dieselgipfel beginnt heute die erste von vier Expertengruppen mit der Arbeit.
Erste Diesel-Expertengruppe nimmt die Arbeit auf
Ministerium: Luft bleibt nach Diesel-Updates zu schmutzig
Diesel-Fahrverbote in Städten - für viele Autobesitzer und Unternehmen wäre das ein riesiges Problem. Eine Umweltbehörde hat nachgerechnet, ob Politik und Autobranche …
Ministerium: Luft bleibt nach Diesel-Updates zu schmutzig
1710 Tonnen: Hälfte des deutschen Goldes nun in heimischen Tresoren
Frankfurt/Main - Die Deutsche Bundesbank hat die Verlagerung ihrer Goldreserven aus dem Ausland gut drei Jahre früher abgeschlossen als geplant.
1710 Tonnen: Hälfte des deutschen Goldes nun in heimischen Tresoren

Kommentare