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Ursula von der Leyen droht den deutschen Unternehmen mit einer gesetzlichen Frauenquote.

Von der Leyen droht mit gesetzlicher Frauenquote

Berlin - Die Chefetagen der deutschen Top-Unternehmen sind weiter fest in Männerhand. Arbeitsministerin von der Leyen will dies nun ändern. Um Druck zu machen, schließt sich auch eine gesetzliche Regelung nicht aus.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat den deutschen Unternehmen wegen des geringen Anteils von Frauen in Top-Positionen mit einer gesetzlichen Frauenquote gedroht. “Angesichts der nur mit der Lupe erkennbaren Fortschritte der vergangenen zehn Jahre schließe ich eine gesetzliche Regelung über einen Mindestanteil von Frauen in Führungspositionen von Unternehmen nicht mehr aus“, sagte von der Leyen dem “manager magazin“.

Die einzige Alternative zur gesetzlichen Quote bestehe in einer zügigen, verbindlichen und “öffentlich nachvollziehbaren“ Selbstverpflichtung der deutschen Wirtschaft zu mehr Frauen in Führungspositionen. Die Ministerin fügte hinzu: “Unter 25 bis 30 Prozent Frauenanteil in Führungspositionen würde ich gar nicht anfangen zu verhandeln. Das Entscheidende ist eher der Zeitraum für die Umsetzung. Ich sage mal: Es sollten weniger Jahre sein, als meine Hand Finger hat.“

Einer neuen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge gibt es in den Aufsichtsräten und Vorständen deutscher Unternehmen weiterhin kaum Frauen. Demnach haben mehr als 90 Prozent der 100 größten Unternehmen nicht eine einzige Frau im Vorstand, ergab die am Dienstag veröffentlichte Untersuchung. 2010 lag der Frauenanteil in den Vorständen der Top-200-Unternehmen bei 3,2 Prozent, in den größten 100 sowie den 30 Dax-Unternehmen sogar nur bei 2,2 Prozent.

“Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass freiwillige Selbstverpflichtungen wie bisher nicht reichen“, kommentierte DIW- Expertin Elke Holst die Studie. “Wenn die Unternehmen den Frauenanteil in Führungspositionen signifikant steigern wollen, sollten sie sich verbindliche Zielgrößen geben und diese innerhalb fester Zeitrahmen umsetzen.“ Holst sagte zudem, die Unternehmen hätten sich bereits 2001 für mehr Frauen in Führungspositionen ausgesprochen. Angesichts dieser Versprechen aber sei ein Plus von 18 Sitzen in Top-Positionen gegenüber 2006 “schlicht zu wenig.“ 877 von 906 Vorstandsposten in den großen 200 Unternehmen würden von Männern besetzt.

dpa

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