Lichtblick in der Krise - Konzern legt gute Quartalszahlen vor

Siemens: - München - Siemens kommt wegen unlauterer Geschäftspraktiken nicht aus den Schlagzeilen. Jetzt dürften zumindest positive Quartalszahlen die Stimmung der Aktionäre aufhellen. Im ersten Quartal 2006/07 - das Geschäftsjahr endet am 30. September - stieg das operative Ergebnis der Bereiche um 51 Prozent auf gut 1,6 Milliarden Euro, teilte Siemens mit. Der radikale Konzernumbau geht unvermindert weiter: Siemens verkündete den Kauf der Softwareschmiede UGS, Autozulieferer Siemens VDO soll an die Börse gerbacht werden.

Überschattet werden die Erfolge aber vom Rekordbußgeld, das die EU am Mittwoch wegen illegaler Preisabsprachen gegen Siemens verhängt hatte. Der Gewinn nach Steuern sank wegen der Belastungen in Höhe von 423 Millionen Euro daher im ersten Quartal um 16 Prozent auf 788 Millionen Euro.

Unterdessen geht der radikale Umbau des Konzerns unvermindert weiter. In der Nacht zum Donnerstag verkündete Siemens des Kauf des amerikanischen Softwareherstellers UGS für 3,5 Milliarden US-Dollar (rund 2,7 Milliarden Euro).

Zugleich verkündete der Konzern, dass der Autozulieferer Siemens VDO mit zuletzt rund zehn Milliarden Euro Umsatz an die Börse gebracht werden soll. Die Mehrheit will Siemens aber behalten. "Wir wollen diese Dynamik beibehalten", sagte Vorstandschef Klaus Kleinfeld mit Blick auf die zahlreichen Veränderungen.

Der radikale Umbau zeigt durchaus Wirkung. Im ersten Quartal wuchs der Umsatz um sechs Prozent auf gut 19 Milliarden Euro. Der Auftragseingang legte etwas schwächer um vier Prozent auf knapp 24,6 Milliarden Euro zu. Beim Gewinn legten die meisten Bereiche zu.

Der kriselnde IT-Dienstleister SBS konnte dabei erstmals seit drei Jahren wieder schwarze Zahlen schreiben. Der Bereichsgewinn betrug 24 Millionen Euro nach einem Verlust von 232 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Alle Sparten arbeiteten profitabel. Kleinfeld bekräftigte, dass sie schon im zweiten Quartal allesamt die Renditeziele des Konzerns erfüllen sollen.

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